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Vera Storm erhält den mit 5.000 Euro dotierten Zarnekow-Förderpreis

22.03.2017

Für ihre Arbeiten zur nachhaltigen Förderung eines gesunden Lebensstils wird die Psychologin Vera Storm von der Jacobs University Bremen am 22. März 2017 mit dem diesjährigen Förderpreis der Illa und Werner Zarnekow Stiftung ausgezeichnet.

Kräutertee statt Rotwein, ein Apfel statt Schokolade und eine Joggingrunde im Park statt Krimiabend auf dem Sofa – warum ist das so schwer, selbst wenn Herzinfarkt oder Bandscheibenvorfall eine Zäsur in die Lebensroutine gebracht haben? Lebensstilbedingte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Muskel-Skeletterkrankungen gelten als häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Sterblichkeit weltweit. Dabei ist hinreichend bekannt, dass die Änderung des Lebensstils, Sport und gesunde Ernährung eine zentrale Rolle sowohl bei der Prävention als auch bei der Rehabilitation dieser Erkrankungen spielen. Der Volksmund kennt die Gründe, warum die guten Vorsätze oftmals nur eine geringe Haltbarkeit haben und selten in die Tat umgesetzt werden – "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier", in der Gesundheitspsychologie auch die "Intentions-Verhaltens-Lücke" genannt.

Vera Storm

Vera Storm hat mit ihrer kumulativen Dissertation am Department für Psychologie der Jacobs University Bremen neue Antworten auf diese, auch aus sozialer und ökonomischer Sicht relevanten Fragen gefunden: Wie können Barrieren überwunden werden, um die während der Rehabilitation erworbene Verhaltensweisen in den Alltag zu integrieren und gesundheitsschädliche Angewohnheiten abzulegen? Sind digitale E-Learning-Angebote geeignet, das Gesundheitsverhalten günstig zu beeinflussen?

In Rehabilitationskliniken und ambulanten Sportgruppen nahm die Gesundheitspsychologin den Rehabilitationserfolg von rund 1.000 Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates in den Blick. In vier empirischen Studien konnte sie zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität mit gesteigerter Lebensqualität, subjektiv höherer Arbeitsfähigkeit und weniger krankheitsbezogenen Fehlzeiten einhergehen. Zudem legte sie dar, dass Maßnahmen, die auf eine Stärkung der Selbstwirksamkeit und dem konkreten Planen von Verhalten abzielen, eine nachhaltige Veränderung der Lebensgewohnheiten bewirken.

Dies gilt zum Beispiel für den regelmäßigen Griff zu Obst und Gemüse sowie regelmäßiger körperlicher Aktivität. Einen Meilenstein stellen ihre Ergebnisse zu internetbasierten Interventionen in der rehabilitativen Versorgung dar, da diese Angebote leicht zugänglich, flexibel anwendbar und individuell ausgerichtet sind. Insgesamt sind die Ergebnisse von Vera Storm in hohem Maße dazu geeignet, Nachsorgemaßnahmen so zu optimieren, dass Lernerfolge der Rehabilitanden langfristig aufrechterhalten werden.
 

Der mit 5.000 Euro dotierte Zarnekow-Förderpreis wird von der Zarnekow-Stiftung im Stifterverband an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die sich in herausragender Weise mit einem rehabilitationswissenschaftlichen Thema befasst haben. Die Stiftung schreibt ihren Preis jährlich in Kooperation mit der Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften aus.

Die Preisverleihung findet anlässlich des 26. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums am Mittwoch, dem 22. März 2017, in der Zeit von 11:30 Uhr bis 12:15 Uhr, im Audimax der Goethe Universität Frankfurt, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Theodor-W.-Adorno-Platz 5, 60323 Frankfurt am Main, statt. Der Preis wird zum 16. Mal verliehen.

Die Illa und Werner Zarnekow Stiftung wurde 1994 von den Eheleuten Illa und Werner Zarnekow aus Jüchen errichtet. Stiftungszweck ist die Förderung wissenschaftlicher Zwecke sowie der öffentlichen Gesundheitspflege. Derzeitiger Förderschwerpunkt der Stiftung ist die Ausschreibung und Verleihung des Zarnekow-Förderpreises für Rehabilitationsforschung.

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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