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Erster Klimaleitfaden für Stiftungen in Deutschland

In Stuttgart haben Dr. Felicitas von Peter, Geschäftsführende Gesellschafterin von Active Philanthropy und Stiftungsratsmitglied im Deutschen Stiftungszentrum, Dr. Eckart von Hirschhausen, Stiftungsgründer von Gesunde Erde – Gesunde Menschen, und Sandra Breka, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, den ersten Klimaleitfaden für Stiftungen in Deutschland vorgestellt.

Der menschengemachte Klimawandel ist real. Seine Auswirkungen sind bereits jetzt deutlich zu spüren, und sie treffen alle Bereiche unseres Lebens. Temperaturrekorde, Desertifikation, Stürme und Feuer, das Abschmelzen der polaren Eiskappen, die Ausbreitung endemischer Krankheiten, deren Wandel zu Epidemien und Pandemien sowie die Häufung von Zoonosen treffen uns mittelbar und unmittelbar. Die Klimakrise beeinflusst so oder so unser Handeln, darum sollten wir unser Handeln aktiv dem Klimaschutz anpassen. Sie stellt eine globale Katastrophe dar, deren direkte und indirekte Folgen bestehende Ungleichheiten verschärfen und die Lösung unserer großen gesellschaftlichen Probleme erschweren. Für Stifterinnen und Stifter bedeutet das vor allem, dass sie sich nicht mehr ausschließlich auf ihre unmittelbaren Förderbereiche konzentrieren sollten, ohne den Schutz des Klimas mitzudenken. Das ist der Kerngedanke des neuen Stiftungsleitfadens "Klimawandel – Wie jede Stiftung Teil der Lösung wird" von Active Philanthropy.

Felicitas von Peter: Was ist die Idee des Leitfadens?

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Der Leitfaden besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil gibt er einen Überblick über die Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Es werden Auswirkungen des Klimawandels beschrieben, die wir derzeit erleben, und andere, die sich bisher lediglich erahnen lassen. 

Im zweiten Teil widmet er sich den fünf Themen Demokratie, Gesundheit, benachteiligte Gruppen, Bildung und Naturschutz, die laut den Autorinnen und Autoren besonders große Schnittpunkte mit der Arbeit von Stiftungen und dem Thema Klima haben. Da die Klimakrise gleichzeitig mehrere Bereiche negativ beeinflusst, versteht sich der Leitfaden auch als praktischer Ratgeber: Er gibt Tipps, wie Stiftungen diese Themen in Zukunft stärker in den Fokus nehmen können, ohne ihr eigenes Kernanliegen aus dem Blick zu verlieren. Dabei geht es den Verantwortlichen des Leitfadens darum zu beschreiben, warum Stifterinnen und Stifter auch den Klimawandel mitdenken sollten, wenn sie sich für das jeweilige Thema engagieren.

"Der Klimawandel verschärft die globalen Ungerechtigkeiten und die gesellschaftlichen Herausforderungen", erklärt Dr. Felicitas von Peter. Darum würde ein Ignorieren der Klimakrise langfristige Anstrengungen und den Erfolg der Förderprojekte von Stiftungen untergraben. "Ob wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen, hängt von unseren Antworten auf die Klimakrise ab", ergänzt sie.

Eckart von Hirschhausen über den Stiftungsleitfaden von Active Philanthropy

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Der Leitfaden enthält zudem Erfahrungsberichte, Fallstudien und Interviews von Stifterinnen und Stiftern, die den Klimawandel in ihrer Arbeit bereits zum Thema machen. So zum Beispiel Dr. Eckart von Hirschhausen mit seiner Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, der bereits mit uns über seine Klimabemühungen sprach. "Weil die Klimakrise die menschliche Gesundheit massiv bedroht, machen viele Stiftungszwecke auf einer kranken Erde keinen Sinn mehr", erklärte er zur Vorstellung des Leitfadens. "Gerade Stiftungen können mit ihrer Langzeitwirkung, dem Blick über mehrere Generationen und den finanziellen Mitteln Vorreiter der notwendigen gesellschaftlichen Transformation sein. Der Leitfaden von Active Philanthropy zeigt, wie wichtig Denken in Synergien und wie viel Potenzial für Stiftungen und StifterInnen noch ungenutzt ist."

Am Ende des Leitfadens werden den Leserinnen und Lesern zehn Praktiken an die Hand gegeben, wie Stiftungen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sinnvoll fördern können.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Stifterinnen und Stifter werden sich mit der Klimakrise direkt oder indirekt beschäftigen müssen. Der Ansatz, Klimaschutz bei den eigenen Förderbemühungen mitzudenken, kann für Stiftungen in Zukunft von großer Bedeutung sein. Aus diesem Grund plant das Deutsche Stiftungszentrum gemeinsam mit Active Philanthropy Veranstaltungen für unsere Kundinnen und Kunden, um erste Schritte in diesem Themenbereich zu gehen. Alle Informationen dazu erhalten Sie in Kürze hier auf unserer Website und am aktuellsten als Abonnent unseres DSZ-Newsletters.

 

Foto: Active Philanthropy/Yves Sucksdorff

Dr. Felicitas von Peter studierte an den Universitäten Heidelberg und Bonn sowie an der Sciences Po in Paris. Sie promovierte in Geschichte an der Universität Cambridge, Großbritannien. Sie ist Mitglied im Vorstand und Beirat verschiedener Stiftungen und NGOs in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden, wurde 2010 zum Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums ernannt und ist Stiftungsratsmitglied des Deutschen Stiftungszentrums. 2006 gründete sie das Sozialunternehmen Active Philanthropy, das mit dem Fokus Klimaschutz Stifterinnen, Spender, soziale Investoren und Unternehmen unterstützt.

 

Foto: Frank Eidel

Dr. Eckart von Hirschhausen studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Er gilt als Erfinder des medizinischen Kabaretts und ist seit über 20 Jahren als Komiker, Autor und Moderator unterwegs. Außerdem engagiert er sich unter anderem bei Scientists for Future und mit seinen Stiftungen HUMOR HILFT HEILEN und, aktuell im Bereich Klimaschutz, Gesunde Erde – Gesunde Menschen.