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Otto-Schott-Forschungspreis 2026 zeichnet zwei US-Glaswissenschaftler aus

Otto-Schott-Forschungspreis 2026 zeichnet zwei US-Glaswissenschaftler aus

Mit dem Otto-Schott-Forschungspreis werden die beiden US-amerikanischen Glaswissenschaftler Professor Steve Martin und Professorin Kathleen Richardson für ihre grundlegenden Beiträge zur Materialforschung ausgezeichnet. Ihre Arbeiten zur Struktur von Gläsern sowie zu optischen und infrarotaktiven Materialien bilden die Basis für Anwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Energie, Elektronik sowie Sicherheit und Verteidigung. Die Auszeichnung rückt wissenschaftliche Durchbrüche in den Mittelpunkt, die neuen Materialien und zukunftsweisenden Technologien den Weg.
 

15. April 2026

Wie die atomare Struktur die Glaseigenschaften bestimmt

Steve Martin, Professor für Materialwissenschaft und Ingenieurwesen wird für seine grundlegenden Forschungen zur Struktur von silikatischen und nicht-oxidischen Gläsern ausgezeichnet. Seine Arbeiten zeigen, wie die atomare Struktur die Eigenschaften von Glas bestimmt – etwa die Beständigkeit des Glases gegenüber hohen Temperaturen, chemischen Einflüssen und langfristiger Belastung. Dieses Verständnis ist entscheidend, um Spezialglas gezielt für anspruchsvolle Anwendungen weiterzuentwickeln, etwa in der pharmazeutischen Verpackung oder in energieintensiven industriellen Prozessen. Darüber hinaus eröffnet seine Forschung neue Perspektiven für Energietechnologien, etwa im Bereich der Festkörperbatterien.

"Die wegweisende Arbeit von Dr. Martin hat neue Perspektiven für die Batterietechnologie eröffnet. Seine Forschung trägt dazu bei, unsere Energiesicherheit zu erhöhen und unterstützt gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes", sagt Dr. Peter Dorhout, Vizepräsident für Forschung an der Iowa State University. "Wir sind stolz auf seine Leistungen und seinen Beitrag, die Iowa State University als führenden Standort für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik weiter zu stärken."

 

Mit optischem Glas Licht präzise steuern

Kathleen Richardson, Professorin für Optik und Materialwissenschaften an der University of Central Florida (UCF), wird für ihre Beiträge zur Entwicklung optischer Gläser und infrarotaktiver Materialien geehrt. Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Frage, wie sich durch gezielte Materialzusammensetzungen Licht präzise steuern und übertragen lässt. Dies ist insbesondere für Hochleistungsanwendungen in der Infrarotoptik und in Sensoriksystemen von großer Bedeutung.

"Dr. Richardson blickt auf eine langjährige Karriere zurück, die maßgeblich zur Weiterentwicklung von Infrarotmaterialien beigetragen hat und die Grundlage für zukünftige Sensor- und Verteidigungstechnologien legt", sagt Winston Schoenfeld, Vizepräsident für Forschung und Innovation an der University of Central Florida. "Ihr unermüdliches Engagement in der Erforschung optischer und infrarotaktiver Materialien stärkt die Rolle der UCF an der Spitze technologischer Entwicklungen, die die Zukunft prägen."

Professor Steve Martin und Professor Kathleen Richardson nehmen den Otto-Schott-Forschungspreis entgegen (Foto: Schott)
Foto: Schott
Professor Steve Martin und Professor Kathleen Richardson nehmen den Otto-Schott-Forschungspreis entgegen

Die Arbeiten beider Preisträger verdeutlichen, wie eng Grundlagenforschung und industrielle Anwendung miteinander verknüpft sind. Sie tragen dazu bei, die Leistungsgrenzen bestehender Materialien zu verschieben und nie dagewesene Materialklassen zu erschließen – etwa Gläser mit niedrigeren Schmelztemperaturen oder erweiterten optischen Eigenschaften im Infrarotbereich.

"Die Forschung von Steve Martin und Kathleen Richardson zeigt eindrucksvoll, wie entscheidend ein tiefes Verständnis von Materialstrukturen für technologische Fortschritte ist", sagt Dr. Matthias Müller, Leiter Forschung und Entwicklung bei SCHOTT. "Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage dafür, neue Glaslösungen zu entwickeln, die in der Praxis zuverlässig funktionieren und die Grenzen des Machbaren verschieben."

Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 13. April 2026 im Rahmen der Jahrestagung der International Commission on Glass in Lyon, Frankreich, vergeben. Die Verleihung des Preises durch den Ernst-Abbe-Fonds unterstreicht die Relevanz der Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Umsetzung. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Forschung in skalierbare Technologien zu überführen und so konkrete Anwendungen mit gesellschaftlichem Nutzen zu ermöglichen. Der Otto-Schott-Forschungspreis wird alle zwei Jahre verliehen und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen im Bereich der Glas- und Materialwissenschaften.