Die Arbeiten beider Preisträger verdeutlichen, wie eng Grundlagenforschung und industrielle Anwendung miteinander verknüpft sind. Sie tragen dazu bei, die Leistungsgrenzen bestehender Materialien zu verschieben und nie dagewesene Materialklassen zu erschließen – etwa Gläser mit niedrigeren Schmelztemperaturen oder erweiterten optischen Eigenschaften im Infrarotbereich.
"Die Forschung von Steve Martin und Kathleen Richardson zeigt eindrucksvoll, wie entscheidend ein tiefes Verständnis von Materialstrukturen für technologische Fortschritte ist", sagt Dr. Matthias Müller, Leiter Forschung und Entwicklung bei SCHOTT. "Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage dafür, neue Glaslösungen zu entwickeln, die in der Praxis zuverlässig funktionieren und die Grenzen des Machbaren verschieben."
Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 13. April 2026 im Rahmen der Jahrestagung der International Commission on Glass in Lyon, Frankreich, vergeben. Die Verleihung des Preises durch den Ernst-Abbe-Fonds unterstreicht die Relevanz der Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Umsetzung. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Forschung in skalierbare Technologien zu überführen und so konkrete Anwendungen mit gesellschaftlichem Nutzen zu ermöglichen. Der Otto-Schott-Forschungspreis wird alle zwei Jahre verliehen und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen im Bereich der Glas- und Materialwissenschaften.