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Antrittsvorlesung zur Stiftungsprofessur von Verena Kerkmann war ein voller Erfolg

22.06.2022

122 Anmeldungen aus sechs EU-Ländern und den USA: Die hybride Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Verena Kerkmann wurde von Fachkräften aus Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft besucht. Die Wissenschaftlerin bekleidet seit März 2022 die Professur zur Rehabilitationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sehbeeinträchtigung bei Kindern und Jugendlichen. Eingerichtet wurde die erste Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gesundheit Bochum mithilfe der Förderung der Waldtraut und Sieglinde Hildebrandt-Stiftung.

Prof. Dr. Eike Quilling, Vizepräsidentin der HS Gesundheit, begrüßte das Kuratorium, das zu diesem Anlass die Hochschule besuchte. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten von Prof. Dr. habil. Christian Thiel, Prof. Dr. Nina Gawehn und Prof. Dr. Dominik T. Schneider, welche deutlich machten, wie chancenreich die Verbindung der Hochschule mit dem Praxispartner Klinikum Dortmund gGmbH für Forschung und Entwicklung im Kontext Sehbeeinträchtigung im Kindes- und Jugendalter ist.

Prof. Dr. Christian Thiel hob die Bedeutung des besonderen Lernfelds für Studierende der Hochschule für Gesundheit hervor, welches sich durch die Stiftungsprofessur ergeben wird. Anhand eines interprofessionellen Versorgungsmodells für Familien zu lernen und zu forschen, eröffne den zukünftigen Angehörigen der Gesundheitsberufe wichtige Perspektiven im Kontext der Akademisierung.

Die erfolgreiche Implementierung der Seh-Lotsen-Sprechstunde in der Entwicklungsneuropsychologischen Ambulanz (ENPA) im Sozialpädiatrischen Zentrum der Klinikum Dortmund gGmbH wurde von Prof. Dr. Nina Gawehn insbesondere in seiner Bedeutung für die Beratung von und Forschung für Familien frühgeborener Kinder gewürdigt.

Prof. Dr. Dominik T. Schneider beschrieb aus seiner Perspektive als Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dortmund den gemeinsamen Entwicklungsprozess des Modells und verwies darauf, wie das individuelle Beratungsangebot auch für Kinder und Jugendliche mit sämtlichen Erkrankungen und Entwicklungsbesonderheiten greift. 

Foto: HS Gesundheit/ds

Gratulierten Prof. Dr. Verena Kerkmann (Mitte) zur gelungenen Antrittsvorlesung (v.li.): Prof. Dr. Eike Quilling (Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der HS Gesundheit), Prof. Dr. Nina Gawehn (Professorin für Psychologie an der HS Gesundheit), Prof. Dr. habil. Christian Thiel (Dekan des Departments für Angewandte Gesundheitswissenschaften an der HS Gesundheit) sowie das Kuratorium der Waldtraut und Sieglinde Hildebrandt-Stiftung, Kurt Menzel, Dr. Marilen Macher (Deutsches Stiftungszentrum) und Peter Konrad

 
Prof. Dr. Verena Kerkmann skizzierte in ihrem Fachvortrag "Lernchancen im Fokus – Neue Impulse für interprofessionelle Dialoge anlässlich (bislang unentdeckter) Sehbeeinträchtigung von Kindern und Jugendlichen" die Ursprünge der Professur, das Beratungsangebot der Seh-Lotsen-Sprechstunde und Ziele für die kommenden fünf Jahre.

Eines der zentralen Vorhaben: einen interprofessionellen Forschungsansatz zu entwickeln, der es ermöglicht, Fachperspektiven auf Sehen im Kindesalter auf Basis des bio-psycho-sozialen Modells der WHO zu integrieren und dabei Forschung zur Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen.

"Das Forschungs- und Tätigkeitsgebiet von Stiftungsprofessorin Kerkmann wurde für mich in seiner lebensentscheidenden Wichtigkeit für kleine Menschen und deren Familien sichtbar", meldete das Mitglied des Kuratoriums Kurt Menzel, Neffe der Stifterin, zurück.

Im Spiegel des Fachvortrags diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im anschließenden Workshop die Anschlussfähigkeit eigener Arbeitsfelder in Forschung, Praxis und Lehre an das innovative Versorgungmodell der Seh-Lotsen-Sprechstunde.

Die Ergebnisse des Workshops bieten eine erste Grundlage für die Konzeption nun folgender Fachforen im Rahmen des von Prof. Dr. Verena Kerkmann gegründeten "INTERprofessionellen NETzwerks für Seh-Lots*innen (INTERNETS)". In den nächsten Jahren sollen Kooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen, Bildungseinrichtungen und Praxispartnerinnen und -partner weltweit auf- und ausgebaut werden.

Bereits zum Auftakt der Professur wurde das Potenzial für strukturrelevante Entwicklung an den Schnittstellen von Gesundheit und Bildung im Kontext der Sozialpädiatrie und weiterer Anlaufstellen für Familien deutlich: "Ich fühle mich gestärkt und inspiriert durch diesen feierlichen Beginn und die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mir scheint, diese Stiftungsprofessur ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort", so Kerkmann.