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HS Gesundheit: Erste Stiftungsprofessur besetzt

04.04.2022

Prof. Dr. Verena Kerkmann übernimmt die Professur zur Rehabilitationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sehbeeinträchtigung bei Kindern und Jugendlichen.

Durch die Förderung der Waldtraut und Sieglinde Hildebrandt-Stiftung im Stifterverband hat das Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum eine neue Professur erhalten. Die Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Rehabilitation und der Verbesserung der Lebensbedingungen blinder und sehbehinderter Menschen. Die neue Professur im Bereich Rehabilitationswissenschaft wurde zum März 2022 mit Prof. Dr. Verena Kerkmann besetzt.

Die Rehabilitationspädagogin wurde zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HS Gesundheit über das NRW-Landesprogramm "Karrierewege FH-Professur" des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW gefördert. Das Programm adressiert besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf dem Weg zur FH-Professur, indem sie die notwendige Berufserfahrung außerhalb des Lehrbetriebs sammeln können.

Foto: Franka Beutner

Verena Kerkmann (Foto) war in diesem Rahmen am Aufbau einer "Seh-Lotsen-Sprechstunde" (SLS) der Entwicklungsneuropsychologischen Ambulanz (ENPA) im Sozialpädiatrischen Zentrum der Westfälischen Kinderklinik Dortmund beteiligt. Die Ambulanz, die von Prof. Dr. Nina Gawehn geleitet wird, bietet Beratung, Diagnostik und Förderempfehlungen insbesondere für frühgeborene Kinder im Vorschulalter an. Seit November 2017 wurde das Angebot um eine Seh-Lotsen-Sprechstunde erweitert, in der ein Schwerpunkt auf die Sehfähigkeit der Kinder gelegt wird.

Im Rahmen ihrer Professur wird Prof. Dr. Verena Kerkmann die Frage bearbeiten, wie die Erkenntnisse aus der deutschlandweit ersten Seh-Lotsen-Sprechstunde so weiterentwickelt werden können, dass das Angebot skaliert werden und damit zunehmend mehr Familien zugutekommen kann. Die SLS wird im Rahmen einer externen Promotion evaluiert, ein Stipendium, das durch die Stiftungsprofessur ermöglicht wird, wird zeitnah ausgeschrieben.

Die Stiftungsprofessur ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgelegt. In dieser Zeit wird Verena Kerkmann sich an interprofessionellen Lehrangeboten zu gesundheitswissenschaftlichen Grundlagen, Rehabilitation und Kommunikation beteiligen (zum Beispiel interprofessionelle Fallkonferenzen, Vorlesungen/Seminare zu inter‐ und intrapersonellen Prozessen, Ringvorlesungen). Auch eine Integration von sehbezogenen Inhalten in die Lehre der Studienbereiche Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie sowie in neue Studiengangskonzepte (zum Beispiel in den Bereichen Frühe Kindheit, Gesundheitsförderung, Patientinnen und Patienten/Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen) ist avisiert. In Kooperation mit anderen Hochschulen und Institutionen im In- und Ausland sollen Projekte und Abschlussarbeiten mit Studierenden realisiert werden. Die Entwicklung einer Lehr-Lern-Plattform für zukünftige Seh-Lotsinnen und Seh-Lotsen ist ein weiterer Bestandteil der Professur und soll Fachkräften aus der Praxis eine Weiterbildung ermöglichen.

Der Schwerpunkt der Professur liegt in der Förderung des interprofessionellen Dialogs an der Schnittstelle von Gesundheit und Bildung. Die Antrittsvorlesung findet im Sommersemester 2022 an der HS Gesundheit statt. Eine hybride Teilnahme wird ermöglicht. Die Veranstaltung adressiert Hochschulangehörige und Externe gleichermaßen. Der Termin wird zeitnah bekannt gegeben. Voranmeldungen per E-Mail sind bereits möglich.

Die Hochschule für Gesundheit in Bochum hat den ambitionierten Anspruch, die führende Bildungseinrichtung für Gesundheit in Deutschland zu sein. 2009 mit fünf Studiengängen gestartet, studieren heute knapp 1.800 Studierende in vielfältigen und innovativen Bachelor- und Masterprogrammen an der Hochschule. Ob sie in den Studiengängen die Qualität der gesundheitlichen Versorgung verbessern, den gerechten Zugang zu Gesundheit für vielfältige Gruppen sicherstellen oder Konzepte entwickeln, wie sie mit knappen Ressourcen im Bereich Gesundheit wirtschaftlich und nutzbringend umgehen. Es geht immer darum, einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung der Menschen zu leisten. Das Studienangebot schließt aktuelle Themen wie Digitalisierung im Gesundheitssektor, Nachhaltigkeit und Diversität aktiv mit ein. Fachspezifisch geprägte Skills-Labs zum berufspraktischen Kompetenzerwerb, Computerräume sowie Kommunikations- und Bewegungslabore sorgen für hervorragende Studienbedingungen. Zudem bieten zahlreiche Kooperationen mit unterschiedlichen Einrichtungen der Versorgungspraxis ideale Bedingungen für praktische Studienphasen im In- und Ausland.

Die Waldtraut und Sieglinde Hildebrandt-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Rehabilitation und der Verbesserung der Lebensbedingungen blinder und sehbehinderter Menschen. 2019 hat die Stiftung eine inhaltliche Neuausrichtung vorgenommen, die sich eng am Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention orientiert: Ihr Programm fördert jetzt schwerpunktmäßig die Erarbeitung und Etablierung von Maßnahmen, die auf die Integration von blinden und sehbehinderten Menschen in Gesellschaft, Bildungssystem und Arbeitsmarkt abzielen – der Stiftung ist dabei die Förderung des interdisziplinären Austauschs wichtig.  Die Stiftung wurde 1991 von Waldtraut Hildebrandt aus Ratingen – im Andenken an ihre Schwester Sieglinde – unter dem Dach des Stifterverbandes errichtet und wird vom Deutschen Stiftungszentrum betreut.

Pressekontakt

Ansprechpartnerin für Medienanfragen und Bildmaterial:

Nadine Seiwert

ist Kommunikationsmanagerin im Deutschen Stiftungszentrum.

T 0201 8401-123

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