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Deutscher Umweltpreis für "Moorpapst" Hans Joosten

08.10.2021

Der Greifswalder Forscher Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten wird für sein Engagement zur Erhaltung und Wiederherstellung der Moore mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Joostens Arbeit wird seit vielen Jahren durch die Bernhard und Ursula Plettner-Stiftung im Stifterverband unterstützt.

Der Deutsche Umweltpreis geht in diesem Jahr an Hans Joosten von der Universität Greifswald. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) würdigt den Moorkundler für seine Forschung sowie seinen jahrzehntelangen Kampf gegen Moor-Entwässerung und damit für mehr Klimaschutz. Joosten teilt sich den Preis – mit 500.000 Euro eine der höchstdotierten derartigen Auszeichnungen Europas – mit der Ökologin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese. Beiden wird der Preis am 10. Oktober 2021 in Darmstadt durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

Joosten stehe wie kaum ein anderer dafür, dass die Moore als Klimaschützer gebraucht werden, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Die Moore seien „unverzichtbare Verbündete“ im Kampf gegen die Klimakrise. In Deutschland seien schon nahezu 95 Prozent der Moore entwässert, mit gravierenden Folgen für die Treibhausgas-Emissionen. Joosten habe zudem den Begriff "Paludikultur" geprägt, "die naturverträgliche Nutzung von Mooren und damit die Wiederherstellung dieses für den Klimaschutz so wichtigen Lebensraums".

Forschergestalten: Videoporträt von Hans Joosten

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Nach dem Studium der Biologie und verschiedenen wissenschaftlichen Stationen in den Niederlanden wechselte Joosten 1996 an das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. Dort forschte und lehrte er bis zu seinem gerade begonnenen Ruhestand. Mit dem Preisgeld will Joosten die am Greifswald Moor Centrum (GMC) beheimatete und mit etwa 25.000 Publikationen weltweit größte Moorbibliothek "PeNCIL" zu einem globalen Kenntnis- und Kulturzentrum zu Mooren ausbauen. Beim Aufbau der Moorbibliothek wird Joosten seit 2013 von der Bernhard und Ursula Plettner-Stiftung im Stifterverband unterstützt, die sich insbesondere der Verbesserung der Ausstattung wissenschaftlicher Bibliotheken in den neuen Bundesländern widmet.

Der Deutsche Umweltpreis erkenne an, "wie schön und vor allem wie wichtig für den Klimaschutz Moore sind, weil sie auf drei Prozent der Landfläche der Erde doppelt so viel Kohlenstoff in ihren Torfen speichern wie alle Wälder der Welt auf rund 30 Prozent der Landfläche in ihrer Biomasse", so Joosten. Er warnt: "Die Entwässerung von Moorböden, vor allem für land- und forstwirtschaftliche Nutzung, heizt den Klimawandel an, weil dadurch enorme Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden." In mehr als 600 wissenschaftlichen Publikationen, darunter Standardwerken, und auf vielen Forschungsreisen in die Moorgebiete der Welt – von Alaska über den Kongo bis nach Nordkorea – hat Joosten auf all diese Zusammenhänge hingewiesen.