Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung

Die Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung wurde im Jahr 2014 errichtet.
Mit dem Namen soll das Andenken an die Großeltern des Stifters, das Ehepaar Elisabeth (1884 -1971) und Franz Knoop (1875 – 1946) ehrend bewahrt werden. Insbesondere soll die Lebensleistung des Professors Dr. med. Franz Knoop in Forschung und Lehre an den Universitäten Freiburg (1900 – 1928) und Tübingen (1928 – 1945) gewürdigt werden, zuletzt als Ordinarius der Physiologische Chemie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und als Leiter des Vorgängerinstituts des heutigen Interfakultären Instituts für Biochemie IFIB (www.ifib.uni-tuebingen.de).

Lebensdaten Elisabeth Knoop in Stichworten:
Geb. 14.6.1884 in Freiburg i. Brsg. als Tochter des Hygieneprofessors Max Schottelius und seiner Ehefrau Klara geb. Gutheil, aufgewachsen in Freiburg, Pionierin des Skisports im Schwarzwald, erste Inhaberin eines Kfz-Führerscheins in Freiburg, Absolventin der Großherzogin Luise Haushaltungsschule in Baden-Baden, verheiratet mit (Georg) Franz Knoop (s.u.) seit 1908, zwei Töchter Elisabet (1910) und Inge (1911); Zentrum und Seele eines weltoffenen Hauses für Kollegen und Schüler ihres Mannes, Mittelpunkt der Familie und aktives Mitglied eines großen Freundeskreises einschl. einer regen Korrespondenz in alle Welt; gest. 5.7.1971 in Tübingen.

Lebensdaten (Georg) Franz Knoop in Stichworten:
Geb. 20.9.1875 in Shanghai/China als Sohn des Hamburger Kaufmanns Heinrich Knoop und seiner Ehefrau Katharina geb. Reye, Besuch der „Gelehrtenschule“ Johanneum in Hamburg, Studium der Medizin in Freiburg, Kiel und Berlin, Promotion zum Dr. med. (1900) und Habilitation (1904) an der Karl Ludwigs Universität in Freiburg, verheiratet mit Elisabeth Schottelius (s.o.) seit 1908; Ernennung zum a.o. Prof. (1909) und zum o. Prof. (1919) der Physiologischen Chemie an der Universität Freiburg. Rufe an das Rockefeller Institute New York (1913) und an die Universitäten Leipzig (1920), Leyden (1926) und Tübingen (1928); von 1928 bis 1945 Ordinarius der Physiologischen Chemie und Institutsleiter in Tübingen. Er erforschte z.B. die ß- Oxidation der Fettsäuren, die reversible Aminierung von Oxosäuren und führte Pionierarbeiten zur Erkenntnis des dynamischen Stoffwechselgeschehens durch. Er war Herausgeber der Hoppe-Seylers Zeitschrift für Physiologische Chemie (seit ca.1925 gemeinsam mit Prof. Karl Thomas), Obmann der Sektion Physiologische Chemie der Leopoldina (seit 1935) und Mitbegründer der Deutschen Physiologisch-chemischen Gesellschaft (1942); Träger nationaler und internationaler Anerkennungen; gewissenhafter Forscher, inspirierender Mentor und engagierter akademischer Lehrer, Musikliebhaber und Amateurmusiker in Streichquartetten (Cellist); emeritiert 1945 (Nachfolger Prof. Dr. A. Butenandt), gest. 2.8.1946 in Tübingen.

Franz und Elisabeth Knoop

Förderschwerpunkte

Ziel der Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung insbesondere auf dem Gebiet der Biochemie.

Prof. Dr. med. Franz Knoop, der als Ordinarius der Physiologischen Chemie an der Universität Tübingen von 1928 bis 1945 lehrte, hat in der biochemischen Forschung elementare und originäre Arbeiten geleistet. Er erforschte z.B. die ß- Oxidation der Fettsäuren, die reversible Aminierung von Oxosäuren und führte Pionierarbeiten zur Erkenntnis des dynamischen Stoffwechselgeschehens durch.

Die Stiftung vergibt, beginnend mit dem Jahr 2015, alle zwei Jahre den “Preis für Biochemie an der Universität Tübingen“. Er wird an Nachwuchswissenschaftlerinnen bzw. -wissenschaftler als Anerkennung für herausragende biochemische Arbeiten – vorzugsweise aus dem Bereich der Humanmedizin-orientierten Biochemie – an der Universität Tübingen verliehen. Er ist mit 10.000,-- Euro dotiert.


Verleihung des Preises für Biochemie an der Universität Tübingen 2015

Im Rahmen eines Karriereforums am Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen wurde der Preis am 16. Oktober 2015 erstmals verliehen.
Ausgezeichnet wurden zwei herausragende junge Wissenschaftler, Frau Dr. Bärbel Blaum für ihre Arbeiten zur Struktur und Funktion von Porteinen des Immunsystems und Herr Dr. Martin Thunemann für seine Arbeiten zur Visualisierung biochemischer Prozesse in Säugetieren.


Verleihung des Preises für Biochemie an der Universität Tübingen 2017

Der Preis wurde am 27. Oktober 2017 im Rahmen des Young Researcher Symposiums des IFIB an der Universität Tübingen verliehen.
Ausgezeichnet wurde Herr Tobias Jores für seine herausragenden Arbeiten zum Einbau von Membranproteinen in die mitochondriale Außenmembran. Des Weiteren erhielten Frau Joyita Mukherjee und Herr Michael Paolillo jeweils ein Reisestipendium für Studienaufenthalte in den USA.


Verleihung des Preises für Biochemie an der Universität Tübingen 2019

Am 11. Oktober 2019 wurde der Preis im Rahmen des Karriereforums am IFIB der Universität Tübingen verliehen.
Ausgezeichnet wurde Herr Dr. Paul Vogel für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der gerichteten RNA-Editierung, einer neuen molekularbiologischen Methode (RNA = Ribonukleinsäure). Des Weiteren erhielten Frau Daniela Guilia Vitali und Herr Daniel Stehle jeweils ein Reisestipendium für Studienaufenthalte in Israel bzw. Australien.


Verleihung des Preises für Biochemie an der Universität Tübingen 2021

Der Preis wurde am 15. Oktober 2021 im Rahmen eines Kolloquiums am IFIB der Universität Tübingen vergeben. Ausgezeichnet wurden zwei junge Wissenschaftler, Herr Dr. Tobias Merkle und Herr Philip Bucher.
Philip Bucher wurde für seine herausragenden Arbeiten zum besseren molekularen Verständnis des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms ausgezeichnet. Das Ergebnis seiner Forschung zeigt, dass in krebsartigen B-Zellen im Vergleich zu normalen B-Zellen gewisse Signal-Proteine zu stark aktiviert werden. Am Beispiel des ABC-DLBCL, dem aggressivsten Subtyp des Lymphoms, konnte Philip Bucher zeigen, dass zwei schon bekannte Medikamente – Cyclosporin A und Tacrolimus – die Aktivität des überaktivierten Signal-Proteins NFAT hemmen und dadurch das Wachstum der bösartigen ABC-DLBCL-Zellen verringern.
Tobias Merkle hat im Juli 2020 am IFIB mit summa cum laude promoviert. Wie der Preisträger von 2019 beschäftigt auch er sich in seiner Forschung mit der RNA-Editierung. Tobias Merkle arbeitet mit einer Technik, die es ihm ermöglicht, in der lebenden Zelle RNA-Ketten-Elemente (sogenannte Ribonukleotide) zu verändern und in der Folge eine Veränderung des kodierten Proteins zu erzeugen. Mit seinen Forschungsergebnissen hat Tobias Merkle einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der RNA-Editierung geleistet.

Antragstellung

Eigenanträge sind nicht möglich, der Preis wird auf Vorschlag der Professoren des Interfakultären Instituts für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen vergeben.

Spendenkonto

Stifterverband, Knoop-Stiftung
BW Bank, IBAN: DE18 6005 0101 0405 3375 12
BIC: SOLADEST600

Kontakt

Meike Völzow

ist Stiftungsmanagerin im DSZ-Regionalbüro Hamburg.

T 040 806099-583

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DSZ-Regionalbüro Hamburg

Colonnaden 68
20354 Hamburg