Juliane Diller ist 17 Jahre alt, als sie vom Himmel fällt und heißt damals noch Juliane Koepcke. Es ist der 24. Dezember 1971, Heiligabend, und Diller ist, gemeinsam mit ihrer Mutter, auf dem Weg zur Forschungsstation ihrer Eltern, zu ihrem Vater. Eigentlich sollten die beiden bereits zwei Tage zuvor zurückgeflogen sein, aber die Schülerin Juliane hatte in Peru gerade ihre Schule beendet und am 23. Dezember war die Abschlussfeier. Um ihrer Tochter dieses soziale Event zu ermöglichen, bucht Dillers Mutter die Tickets um. Viel Auswahl ist zu dieser Zeit nicht mehr, und so bleibt den beiden nur noch eine Airline übrig, die unglücklich bekannt geworden ist im Land, wegen zweier Abstürze. Statistisch gesehen geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null, dass auch dieser Flug am 24. Dezember zu einer Katastrophe führt. Juliane Dillers Mutter weiß das. Sie ist Naturwissenschaftlerin, das ungute Gefühl, dass ihr bei der Buchung der Flüge leise von hinten den Nacken hinunterkriecht, wischt sie sich mit dieser Rechnung weg. Ein fataler Fehler. Gerad mal eine halbe Stunde nach dem Start der Maschine, wird die Mutter die Hand ihrer Tochter nehmen und leise, ruhig und bestimmt sagen: "Jetzt ist alles aus."
3.000 Meter freier Fall