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Digital Future Challenge: Diese Zukunftsideen der Studierenden überzeugen

Digital Future Challenge: Diese Zukunftsideen der Studierenden überzeugen

Der von der Initiative D21 und der Deloitte-Stiftung, mit Unterstützung der Giesecke + Devrient Stiftung und der Bertelsmann Stiftung, ausgerichtete Studierendenwettbewerb "Digital Future Challenge" sucht innovative Lösungen für verantwortungsvolle digitale Zukünfte. Unter dem diesjährigen Leitthema "Zukunft digital gestalten" lag der Schwerpunkt auf KI-Agenten und Robotik. Der Wettbewerb wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Am 12. Februar 2026 wurden in Berlin die Gewinnerteams der diesjährigen Digital Future Challenge ausgezeichnet. Der erste Preis ging an das vierköpfige Team Calvin Friedrich, Samantha Geller, Duc Kieu und Tim Sellemann von "Ankommen".
 

13. Februar 2026

Digital Future Challenge: Preisverleihung 2026 (Foto: Phil Dera/Deloitte-Stiftung)
Foto: Phil Dera/Deloitte-Stiftung

"Unsere Idee unterstützt Menschen bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels – also genau diejenigen, die in unserer Gesellschaft oft nicht ausreichend begleitet werden. Wir sind überglücklich, dass sich gerade in diesem engen und hochkarätigen Finale unser Team mit dem Fokus auf Integration und Diversität durchgesetzt hat. Das zeigt sehr deutlich, wofür die Digital Future Challenge steht: für Zusammenhalt und gemeinsames Gestalten der Zukunft", sagt Samantha Geller aus dem Gewinnerteam.
 

Bei der Digital Future Challenge wurden in diesem Jahr 89 Ideen von 285 Studierenden von 30 verschiedenen Hochschulen und Universitäten aus zwölf Bundesländern in Deutschland eingereicht. Eine interdisziplinäre Jury wählte daraus die fünf besten Teams aus, die ihre Projekte über mehrere Runden weiterentwickelten und beim Finale präsentierten:
 

  • Team "Ankommen" (Karlsruher Institut für Technologie und Universität Regensburg)
    Ankommen“ ist ein KI-Agenten-System, das bei der Beantragung von Aufenthaltserlaubnissen digital, mehrsprachig und interaktiv unterstützt. Als intelligente Alternative zur Behördennummer 115 vereinfacht der KI-Assistent Anträge, Terminvereinbarungen, Datennachreichungen und Kommunikation mit Behörden per Chat sowie Sprach-Ein- und -Ausgabe.
     
  • Team "Lioness & the three Lions" (Technische Universität München)
    LEO ist ein in die ING-App integrierter Finanzbildungs-Agent, der junge Menschen etwa mithilfe eines gamifizierten Börsensimulators, personalisierter Lerninhalte und eines Chatbots spielerisch an nachhaltiges Investieren heranführt. Ab 18 unterstützt LEO zusätzlich mit individuellen Budget- und Investmentempfehlungen auf Basis des eigenen Risikoprofils.
     
  • Team "Old but Gold" (Hochschule für Polizei und Verwaltung Münster):
    LeLa ist ein Lebenslagenassistent, der Verwaltungsleistungen proaktiv bündelt und Bürgerinnen und Bürger über ein zentrales Dashboard passgenau durch Ereignisse wie Geburt, Umzug oder Pflege begleitet. Nach einmaliger Anmeldung mit der BundID schlägt LeLa relevante Leistungen vor, greift nur auf freigegebene Registerdaten zu und ermöglicht sichere, vorausgefüllte Anträge – unterstützt durch mehrsprachige, barrierefreie KI-Agenten.
     
  • Team "Rolls RoICE" (Technische Universität München)
    Die Lösung ist ein Mini-Roboter für einen automatisierten ICE-Boxenstopp, der Wasser- und Abwassersysteme selbstständig entlang des Zuges anschließt und so gefährliche, zeitintensive Handarbeit im Werk reduziert. Der Roboter unterstützt Ingenieurinnen und Ingenieure gezielt, schafft Raum für sicherheitsrelevante Prüfungen und wird durch begleitende Qualifizierungsangebote in den Arbeitsalltag integriert – mit dem Ziel, perspektivisch jeden ICE auszustatten.
     
  • Team "Sprout" (Karlsruher Institut für Technologie)
    Sprout ist ein automatisierter Roboterhund, der Landwirtinnen und Landwirten bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Flächen unterstützt, indem er (unwegsames) Gelände befährt sowie Daten und Bodenproben sammelt. Auf Basis der Analysen liefert Sprout präzise Entscheidungsgrundlagen für Dünge- und Pestizideinsatz, reduziert den Bedarf an Chemikalien und schweren Maschinen und liegt bereits als funktionsfähiger Prototyp vor.
Digital Future Challenge: Preisverleihung 2026 (Foto: Phil Dera/Deloitte-Stiftung)
Foto: Phil Dera/Deloitte-Stiftung

Im Rahmen der Digital Future Challenge arbeiten Studierendenteams eng mit Unternehmen und Organisationen an praxisnahen Use Cases. Im Wettbewerb entstehen Lösungen, die verantwortungsvolles Handeln in der digitalen Welt fördern. Ausgezeichnet wurden Ideen, die den Einsatz von KI-Agenten und Robotik gleichzeitig innovativ sowie verantwortungsvoll und gesellschaftlich nutzbringend gestalten.

Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung und Schirmherr der Digital Future Challenge, kommentiert: "Wir sehen hier eine Generation, die Technologien nicht einfach aus dem Ausland übernimmt, sondern eigene Lösungen entwickelt – auf Basis unserer Werte und Vorstellungen. Genau so entsteht KI made in Germany: innovativ, wettbewerbsfähig und zugleich verantwortungsvoll. Genau diese Haltung brauchen wir, um bei KI nicht nur Anwender, sondern selbst Entwickler und Gestalter zu sein."

Marc Reinhardt, Präsident der Initiative D21, ergänzt: "Deutschland und Europa müssen dringend offensiver die Chancen ergreifen, die die digitale bzw. die KI-Transformation bietet. Gerade der Nachwuchs sollte motiviert und unterstützt werden, neue Lösungen zu gestalten, hier zu entwickeln und zu kommerzialisieren. Die Digital Future Challenge macht sichtbar, dass wir ein starkes Potential an jungen Menschen haben, die engagiert und reflektiert digitale Zukünfte gestalten wollen. Die Studierenden entwickeln Lösungen, die technologische Innovation mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden – praxisnah, interdisziplinär und gemeinsam mit starken Partnern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Initiative D21 freut sich, solchen Kooperationen eine Plattform und Bühne zu bieten."

Die Use Cases der diesjährigen Digital Future Challenge wurden von branchenübergreifenden Institutionen und Unternehmen gestellt: Aconium, Bechtle, Commerzbank, Deutsche Bahn Fernverkehr, Fsas Technologies, Giesecke+Devrient, GoSenior, Honda Research Institute Europe, ING, isento und Pfeifer & Langen.

Digital Future Challenge: Preisverleihung 2026 (Foto: Phil Dera/Deloitte-Stiftung)
Foto: Phil Dera/Deloitte-Stiftung

Die Digital Future Challenge ist ein Studierenden-Wettbewerb zur Verantwortung in der digitalen Transformation, der in diesem Jahr unter dem Motto "Zukunft digital gestalten" von der Deloitte-Stiftung und der Initiative D21 ausgerichtet worden ist.

Die Initiative D21 e.V. setzt sich seit über 26 Jahren als Deutschlands größtes Netzwerk für die Digitale Gesellschaft dafür ein, die Herausforderungen im digitalen Wandel zu durchleuchten, Lösungsperspektiven durch das Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft aufzuzeigen und die Zukunft in einer digitalisierten Welt sinnvoll zu gestalten.
 
Die Deloitte-Stiftung fördert unter dem Leitmotiv "Gemeinsam Zukunft unternehmen" die Aus- und Weiterbildung junger Menschen, unterstützt die Entwicklung neuer Bildungsmodelle und leistet einen Beitrag zur Verbesserung des Innovationstransfers von der Hochschule in die Wirtschaft.