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Drei Millionen Euro für KI in der Neurologie: Hermann und Lilly Schilling-Stiftung legt Sonderprogramm auf

17.05.2023

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ihrer Förderaktivitäten legt die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung für medizinische Forschung ein Sonderprogramm auf: Mit bis zu drei Millionen Euro und einer Laufzeit von acht Jahren fördert sie die Einrichtung einer Stiftungsprofessur und Arbeitsgruppe im Bereich der Computationalen Neurologie. Grundlagenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Medizin, Naturwissenschaften, Mathematik und Ingenieurwissenschaften können sich ab sofort bewerben.

Seit 50 Jahren fördert die Schilling-Stiftung kliniknahe Grundlagenforschung. Anlässlich dieses Jubiläums nimmt sie jetzt eine noch junge, aber vielversprechende Forschungsrichtung in den Blick: die Computationale Neurologie, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, um mithilfe eines leistungsfähigen Monitorings bessere Prognosen und Therapien auf dem Gebiet neurologischer Krankheiten zu erreichen.

Das von der Schilling-Stiftung ins Leben gerufene Sonderprogramm ist nicht nur aufgrund des hohen Fördervolumens von drei Millionen Euro und der mit acht Jahren langfristigen Laufzeit einzigartig in der Förderlandschaft. Auch der Fokus auf eine interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit ist zukunftsweisend.

"Computationale Neurologie erfordert den Beitrag eines breiten Spektrums von Disziplinen. Deshalb fördert die Schilling-Stiftung mit ihrem Sonderprogramm wissenschaftlich exzellente, strukturell wegweisende Forschungsvorhaben an der Schnittstelle von Daten- und Naturwissenschaft – die Zusammenarbeit von Neurowissenschaftlern, Mathematikern, Physikern und Informatikern ist unbedingt erwünscht! Gemeinsam können einige der größten Fragen der Neurowissenschaften angegangen und innovative Lösungen entwickelt werden, die unmittelbar der Gesundheitsversorgung dienen", sagt Ulrich Dirnagl, Direktor der Abteilung Experimentelle Neurologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin und Vorstand der Schilling-Stiftung.

Um einen schnelleren Transfer von Forschung in angewandte Medizin zu erreichen, setzt das Sonderprogramm zudem auf projektbezogene Industriekooperationen. "Wir müssen Brücken zwischen Wissenschaft und Industrie bauen, um das Potenzial der KI voll auszuschöpfen. Das Sonderprogramm der Schilling-Stiftung ist entsprechend konzipiert und leistet damit einen Beitrag, KI-Lösungen zu entwickeln, die nicht nur innovativ, sondern vor allem gesundheitsfördernd, praktisch und für die Gesellschaft relevant sind", führt Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes und Vorstand der Schilling-Stiftung, aus.

Berufungsfähige Grundlagenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Medizin, Naturwissenschaften, Mathematik und Ingenieurwissenschaften sind aufgerufen, sich bis zum 15. Juli 2023 bei der Hermann und Lilly Schilling-Stiftung zu bewerben.

 

Die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung für medizinische Forschung wurde 1970 unter dem Dach des Stifterverbandes errichtet. Ihr Satzungszweck ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Medizin. Sie stiftet den mit 20.000 Euro dotierten Schilling Forschungspreis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen in der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung in Deutschland. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft verliehen. Mit ihrem Programm Translationale Neurowissenschaften fördert die Stiftung seit 2015 außerdem kliniknahe Grundlagenforschung an Universitätskliniken. Im Jahr 2023 feiert die Stiftung das 50-jährige Bestehen ihrer Förderaktivitäten und hat dafür das Sonderprogramm "Computationale Neurologie" ins Leben gerufen. Die Stiftung wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet und von einem Wissenschaftlichen Beirat fachlich unterstützt.

Kontakt

Karsten Krüger (Foto: Sven Lorenz)

Karsten Krüger

ist Stiftungsmanager im Team "Wissenschaft und Umwelt" im Deutschen Stiftungszentrum.

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