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Trauer um Prof. Dr. Michael Hertl

14.02.2020

Der Stifterverband und das Deutsche Stiftungszentrum trauern um den langjährigen Vorsitzenden der Kind-Philipp-Stiftung, der am 30. Januar 2020 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Foto: privat

Michael Hertl wurde 1926 in Neuss geboren und wuchs in Bayern auf. In Marburg studierte er Medizin und habilitierte sich in Heidelberg. Von 1968 bis 1991 war er Chefarzt der Kinderklinik Neuwerk in Mönchengladbach.

Im Jahr 1971 lernte Professor Michael Hertl die Familie Reiners kennen. Der Anlass war traurig, denn Philipp Reiners, der Sohn der Familie, war an Leukämie erkrankt. Michael Hertl begleitete die Familie durch eine von Hoffnung und Rückschlägen geprägte, schwierige Zeit. Trotz aller Bemühungen konnte Philipp mit den damaligen medizinischen Möglichkeiten nicht gerettet werden. Im Alter von 14 Jahren starb er im Frühjahr 1972.

Philipps Vater, Walter Reiners, gründete im engen Austausch mit Michael Hertl noch im selben Jahr die "Kind-Philipp-Stiftung für Leukämieforschung und Behandlung im Kindesalter“, die später aufgrund der Erweiterung des Stiftungszwecks in "Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung" umbenannt wurde. 

Jährlich vergibt die Stiftung den Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung, den renommiertesten deutschen Forschungspreis für junge Kinderonkologinnen bzw. Kinderonkologen. Weiterhin fördert sie nationale und internationale Expertentreffen und vergibt Promotionsstipendien für junge, wissenschaftlich interessierte Ärztinnen und Ärzte. Bis 2017 war Professor Hertl Vorsitzender der Stiftung und gestaltete wesentlich in dieser Funktion ihr Förderprogramm. Während früher die Diagnose "Leukämie" fast immer ein Todesurteil war, werden heute nahezu 90 Prozent der kleinen Patienten geheilt. Diese erhebliche Verbesserung der Prognose ist auch ein Verdienst der Kind-Philipp-Stiftung.

Zusammen mit John MacDonald und seiner Frau Erika, deren Sohn Martin ebenfalls an einer Leukämie verstorben war, gründete Professor Hertl zudem die "Deutsche Leukämieforschungshilfe“. Aus ihr entstand die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die heute die bedeutendste Förderorganisation der pädiatrischen Onkologie in Deutschland ist.

In einem Nachruf für die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie schreibt Prof. Dr. med. Günter Henze, Mitglied im Beirat der Kind-Philipp-Stiftung, zu Michael Hertl: "Ich habe Herrn Professor Hertl vor vielen Jahren bei unseren Fachtagungen kennen und schätzen gelernt und durfte lange Zeit im Beirat der Kind-Philipp-Stiftung mit ihm zusammenarbeiten, an dessen Sitzungen er trotz seiner schweren Krankheit bis zuletzt teilnahm. Selten habe ich einen so engagierten, mutigen und dabei liebevollen und gütigen Menschen wie ihn getroffen. Wir alle danken ihm für seine engagierte und weitblickende Tätigkeit – nicht nur als Wegbereiter und Förderer der Kinderonkologie, sondern der Pädiatrie insgesamt."

Das Deutsche Stiftungszentrum und der Stifterverband danken Michael Hertl für sein herausragendes Engagement im Rahmen der Kind-Philipp-Stiftung.

 

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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