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Deutscher Engagementpreis 2019 verliehen

05.12.2019

Der Dachpreis für freiwilliges Engagement wurde an sieben Preisträger verliehen. Ein Sonderpreis ging nach Ostsachsen. Die Preisgelder summieren sich auf eine Höhe von insgesamt 45.000 Euro.

Am Internationalen Tag (5. Dezember) des Ehrenamtes ist in Berlin der Deutsche Engagementpreis 2019 verliehen worden. Den Dachpreis für freiwilliges Engagement und damit jeweils 5.000 Euro Preisgeld erhalten der Verein ichbinhier e.V. aus Hamburg, das Projekt "Mikroplastik – Gefahr aus dem Haushalt?!" aus Friedberg (Bayern), die CDS GmbH aus München, der Verein Tausche Bildung für Wohnen e.V. aus Duisburg sowie das Berliner Projekt "Obdachlose zeigen Schülern ihr Berlin" von querstadtein e. V. Ausgewählt wurden sie von einer Fachjury.

Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis geht an den Verein SOKO Tierschutz aus Planegg (Bayern). Außerdem hat sich die Jury des Deutschen Engagementpreises in diesem Jahr entschlossen, mit einem zusätzlichen Sonderpreis ein Zeichen zu setzen: Der Preis wird nach Sachsen an die "Ostritzer Friedensfestinitiative" vergeben.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey unterstrich in Berlin bei der Eröffnung der festlichen Preisverleihung im Deutschen Theater vor über 600 Gästen: "Mit dem Deutschen Engagementpreis ehren wir diejenigen, die einen Unterschied machen. Menschen, die sich für andere einsetzen, für unsere Demokratie, gegen Missstände, für zwischenmenschlichen Dialog und ein gutes gesellschaftliches Miteinander. Sie stehen stellvertretend für die rund 30 Millionen Menschen in Deutschland, die sich auf vielfältige Art und Weise für den Zusammenhalt in unserem Land stark machen." Moderiert von Nazan Gökdemir, wurden die Preisträger gewürdigt von prominenten Laudatorinnen und Laudatoren wie unter anderem der Schauspielerin Renan Demirkan, den Para-Leichtathleten Niko Kappel und Mathias Mester sowie Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie, und Dr. Richard Lutz, Beiratsvorsitzender der Deutsche Bahn Stiftung und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Ein künstlerisches Programm begleitete die Festveranstaltung.

Foto: Svea Pietschmann
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey begrüßte die Gäste im Deutschen Theater Berlin.
Foto: Svea Pietschmann
Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, verlieh den ersten Preis.
Foto: Svea Pietschmann
Zum künstlerischen Rahmenprogramm gehörte eine Jonglage mit Blockflöten.
Foto: Svea Pietschmann
Das Publikum spendete reichlich Applaus.
Foto: Svea Pietschmann
Nazan Gökdemir, die Moderatorin des Abends
Foto: Svea Pietschmann
Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie
Foto: Svea Pietschmann
Erich Steinsdörfer, Sprecher des Bündnisses für Gemeinnützigkeit und DSZ-Geschäftsführer
Foto: Svea Pietschmann
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey mit den Trägern des Sonderpreises
Foto: Svea Pietschmann
Stehende Ovationen für die Ostritzer Friedensfestinitiative, die den Sonderpreis erhielt

Die Preisträger 2019

  • Kategorie "Demokratie stärken": Für eine faire Debattenkultur engagiert sich ichbinhier e.V. aus Hamburg. Dem Verein gelang es in Deutschland, eine Facebookgruppe mit inzwischen etwa 45.000 Gruppenmitgliedern aufzubauen – die größte Counter-Speech-Initiative Deutschlands. Gegen Beleidigung, Häme und persönliche Angriffen posten die Mitglieder des Netzwerks tagtäglich sachliche, konstruktive und menschenfreundliche Kommentare. Außerdem bietet der Verein Weiterbildung und Beratung für Vertreterinnen und Vertreter von Medien und Politik an. Mit ihrem Engagement setzen sie ein persönliches und zugleich zivilgesellschaftliches Zeichen für Demokratie und Toleranz.
     
  • Kategorie "Leben bewahren": Die drei Schülerinnen Leonie und Zoë Prillwitz sowie Aurélie Zimmermann aus Friedberg (Bayern) haben sich dem Problem Mikroplastik gestellt – feinste Kunststoffpartikel, die über Abwässer in unsere Umwelt gelangen und samt Schadstoffen Teil unserer Nahrungskette werden können. Im Projekt "Mikroplastik – Gefahr aus dem Haushalt?!" erforschen sie, wo das Mikroplastik herkommt. Ihre Idee: Mikroplastikfilter für Waschmaschine und Waschbecken bekämpfen die Schadstoffe direkt an der Quelle, sodass diese gar nicht erst ins Abwasser geraten. Mit diesen Filtern kann jeder beim Waschen einfach und effektiv selbst zum Umweltschutz beitragen.
     
  • Kategorie "Grenzen überwinden": Rund 70 Menschen arbeiten bei der CDS GmbH, einem Repro-Unternehmen aus München. Davon sind etwa 13 Prozent gehörlos oder haben starke Einschränkungen beim Hören. Damit die Kommunikation auch mit Barrieren im Alltag gut klappt, bietet die Firma Gebärdensprachkurse für die ganze Belegschaft an. Außerdem arbeiten zwei Geflüchtete in dem Team mit, das aus vierzehn Nationalitäten besteht. Ziel ist es, alle Mitarbeitenden unabhängig von Voraussetzungen oder Einschränkungen gleich ins Team einzubinden und neue Begegnungsräume zu schaffen. Die Firma CDS GmbH kooperiert mit einer Fachoberschule aus der Region, damit Praktikantinnen und Praktikanten mit Hörbeeinträchtigung beschäftigt werden können.
      
  • Kategorie "Generationen verbinden": Die Stadtteile Duisburg-Marxloh und Gelsenkirchen-Ückendorf stehen vor mehrfachen Herausforderungen: Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Lehrermangel und Wohnungsleerstand liegen weit über dem bundesweiten Durchschnitt. Der Verein Tausche Bildung für Wohnen e.V. aus Duisburg fördert die Kinder aus diesen Stadtteilen in ihrer persönlichen, sozialen und schulischen Entwicklung. Die Idee ist so einfach wie gut: Junge Erwachsene im Bundesfreiwilligendienst oder im Studium wohnen dort für mindestens ein Jahr mietfrei. Im Gegenzug unterstützen sie in gezielten Lern- und Förderangeboten die Kinder des Stadtteils und stärken so gleichzeitig das kooperative Miteinander vor Ort. Seit der Gründung 2012 engagierten sich bereits 42 Bildungspatinnen und Bildungspaten im Verein und ermöglichten Betreuungsangebote für über 500 Kinder.
     
  • Kategorie "Chancen schaffen": Beim Projekt "Obdachlose zeigen Schülern ihr Berlin" von querstadtein e.V. aus Berlin werden Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen waren, aktiv: Als Stadtführerinnen und Stadtführer vermitteln sie ihre eigene Erfahrung und Sicht. Aus erster Hand berichten sie vom Leben auf der Straße und von ihren ganz privaten Schicksalen. Auf den Touren erfahren die Jugendlichen nicht nur viel über Wohnungs- und Obdachlosigkeit in der Hauptstadt. Sie tauschen sich mit Menschen aus, denen sie sonst vielleicht mit Vorbehalten begegnen oder ausweichen. Die Mitwirkenden des Projekts werden für ihren Lebensmut und die beispielhafte Fähigkeit gewürdigt, mit einfachen Mitteln jungen Menschen einladend ein schwieriges Anliegen nahezubringen.
     
  • Publikumspreis: Die Bürgerinnen und Bürger haben entschieden und mit 16.336 Stimmen den Verein SOKO Tierschutz aus Planegg (Bayern) auf den 1. Platz der Online-Abstimmung über den Publikumspreis gewählt. Seit seiner Gründung vor sieben Jahren liegt die Besonderheit der Vereinsarbeit in investigativer Recherche. In öffentlichkeitswirksamen Protestaktionen machen die aktiven Mitglieder gegen Rechtsbrüche in der Tierhaltung und für die Rechte der Tiere mobil. So deckten sie bisher unbekannte Missstände auf, wie die systematische Schlachtung kranker Kühe oder illegale Primatenversuche. Die Engagierten klären Verbraucherinnen und Verbraucher mittels medialer Berichterstattung über Tierhaltung und Fleischproduktion auf. Dabei nehmen sie auch die Folgen für die Umwelt und den Schutz der Menschen in den Blick.
     
  • Sonderpreis: Außerdem hat sich die Jury des Deutschen Engagementpreises in diesem Jahr entschlossen, mit einem zusätzlichen Sonderpreis ein Zeichen zu setzen: Der Preis hebt ein Projekt hervor, das in besonderem Maße beispielhaft für freiwilliges Engagement und eine couragierte Zivilgesellschaft steht – die "Ostritzer Friedensfestinitiative". Die kleine Stadt Ostritz in Sachsen sorgt für großes Aufsehen: Seit 2018 engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Friedensfesten und einem Friedenslauf für ein demokratisches Miteinander in ihrer Region, als Antwort auf rechtsextreme Festivals und Kampfsportveranstaltungen in Ostritz. Mit ihren Friedensfesten hat sich die Bürgerschaft ehrenamtlich, zusammen mit dem Internationalen Begegnungszentrum und der Stadtverwaltung, dazu entschlossen, ihre Stadt nicht den Rechtsextremen zu überlassen. Mit großem, kreativem Engagement ist es den Friedensfesten gelungen, lokal und überregional den öffentlichen, demokratischen Raum zu verteidigen – beispielhaft! Der Sonderpreis wird einmalig verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Foto: Svea Pietschmann
Sonderpreis für die Ostritzer Friedensfestinitiative, die beispielhaft für freiwilliges Engagement und eine couragierte Zivilgesellschaft steht
Foto: Svea Pietschmann
Preisträger in der Kategorie "Chancen schaffen": querstadtein e.V. – Obdachlose zeigen Schülern ihr Berlin.
Foto: Svea Pietschmann
Preisträger in der Kategorie "Leben bewahren": Projekt "Mikroplastik – Gefahr aus dem Haushalt?!"
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Preisträger in der Kategorie "Grenzen überwinden": Die CDS GmbH beschäftigt außergewöhnlich viele gehörlose Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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Preisträger in der Kategorie "Generationen verbinden": Tausche Bildung für Wohnen e.V.
Foto: Svea Pietschmann
Preisträger in der Kategorie "Demokratie stärken": Der Verein ichbinhier kämpft gegen Hass im Netz.
Foto: Svea Pietschmann
Publikumspreis für SOKO Tierschutz: Der Verein setzt sich für Tierrechte ein und deckt Missstände in der Massentierhaltung auf.
Foto: Svea Pietschmann
Finale der Preisverleihung auf der Bühne des Deutschen Theaters Berlin mit allen ausgezeichneten Projekten

Der Deutsche Engagementpreis

Für den Dachpreis Deutscher Engagementpreis konnten ausschließlich die Preisträgerinnen und Preisträger anderer Wettbewerbe nominiert werden, die freiwilliges Engagement in Deutschland auszeichnen. Insgesamt wurden 617 herausragend engagierte Personen und Initiativen von 210 Preisausrichtern nominiert. Bei der Online-Abstimmung über den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises haben über 105.000 Menschen teilgenommen und für ihre Favoriten abgestimmt.

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Er würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern. 

Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Verbänden der Zivilgesellschaft in Deutschland. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung. Der Stifterverband mit seinem Deutschen Stiftungszentrum ist Mitglied im Bündnis für Gemeinnützigkeit.

 

Pressekontakt

Markus Winkler
Pressereferent
Deutscher Engagementpreis
c/o Bundesverband Deutscher Stiftungen
T 030 897947-64
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