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Pendlerströme: Was hilft wirklich gegen Stau und Feinstaub?

20.11.2019

In einem Ideenwettbewerb der Karl-Vossloh-Stiftung hat sich das Projekt "Szenarien für urbane und regionale Mobilitätskonzepte – Modellierung und Bewertung des Einflusses des Individuums auf das regionale Verkehrssystem" durchgesetzt und wird nun mit über 260.000 Euro gefördert.

Die deutschen Ballungsgebiete stehen kurz vor dem Kollaps: Steigende Mietpreise verursachen eine Landflucht der städtischen Bevölkerung und sorgen für zunehmende Pendlerströme in die Innenstädte. Staus, Umweltbelastungen und überforderte Nahverkehrssysteme sind die Folge. Alle Städte arbeiten daher an Maßnahmen und innovativen Mobilitätskonzepten, um die problematische Verkehrssituation aufzulösen. Die Diskussion nach der Einführung der E-Scooter hat aber gezeigt, dass nicht jedes Konzept den gewünschten oder prognostizierten Effekt hat: Welche der geplanten Maßnahmen tatsächlich Pendlerströme aufbrechen oder Umweltbelastungen reduzieren, lässt sich in der Regel erst nach ihrer Umsetzung bewerten, also dann, wenn bereits erhebliche Gelder investiert wurden.

Es bedarf deshalb verbesserter Planungsinstrumente, die – spezifisch für die einzelne Stadt oder Region – vorhersagen können, wie sich das Mobilitätsverhalten von Pendlern verändern wird, wenn einzelne oder kombinierte Maßnahmen eingeführt und neue Ideen verwirklicht werden. Daher fördert die Karl-Vossloh-Stiftung ein Projekt der Technischen Hochschule Mittelhessen, das genau diese Ziele verfolgt. Professor Michael Guckert wird ein computergestütztes Simulationsmodell entwickeln, das die individuellen Vorlieben, Bedürfnisse, Rollen und Limitationen der einzelnen Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellt und aus dem Verhalten des Einzelnen das Verhalten der Masse prognostiziert. Basierend auf Methoden der Informatik (Multiagenten-Ansatz) und der Mathematik (Spieltheorie) soll ein Werkzeug entstehen, das es jeder Stadt oder jeder Region erlaubt, spezifisch für die eigene Situation zu entscheiden, ob die Einrichtung einer Radspur, die Verbilligung eines Bustickets, eine Innenstadtmaut oder die Förderung von Car-Sharing-Konzepten die wirksamste Investition ist. Die Lösung kann je nach Situation sehr unterschiedlich ausfallen.

Das Projekt mit dem sprechenden Titel "Szenarien für urbane und regionale Mobilitätskonzepte – Modellierung und Bewertung des Einflusses des Individuums auf das regionale Verkehrssystem" hat sich in einem Ideenwettbewerb der Karl-Vossloh-Stiftung gegenüber sieben weiteren Ideen durchgesetzt und wird mit einem Betrag von über 260.000 Euro gefördert.

Die gemeinnützige Karl-Vossloh-Stiftung wurde 1995 von den Geschwistern Anni und Reinhild Vossloh in Gedenken an ihren Vater, den Unternehmer Karl Vossloh, errichtet. Er hatte 1927 den "hochspannenden Federring" entwickelt, eine elastische Verbindung zwischen Schwellen und Schienen, die seitdem von vielen Bahngesellschaften international verwendet wird. Neben mildtätigen und sozialen Aktivitäten fördert die Stiftung Wissenschaft und Forschung zur Mobilität. Insgesamt vergibt die Stiftung Fördergelder in Höhe von 300.000 bis 400.000 Euro jährlich. Der Karl-Vossloh-Grant zur Mobilitätsforschung wird einmal jährlich ausgeschrieben.

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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