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Thomas Meinecke erhält den Berliner Literaturpreis 2020

11.10.2019

Der Preisträger nimmt die Berufung der Freien Universität Berlin auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik der Stiftung Preußische Seehandlung an.

Die Stiftung Preußische Seehandlung hat auf Beschluss ihrer Preisjury den Autor Thomas Meinecke mit dem Berliner Literaturpreis 2020 ausgezeichnet. Thomas Meinecke nimmt die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik im Sommersemester 2020 an.

Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis zeichnet Autorinnen und Autoren aus, die mit ihrem literarischen Werk in den Gattungen Erzählende und Dramatische Literatur sowie Lyrik einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Mit der Preisvergabe geht das Angebot einer Berufung auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik der Stiftung Preußische Seehandlung am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin einher.

Die Gastprofessur bietet jeweils im Sommersemester ein Forum für Textarbeit mit Studierenden der Universitäten und Hochschulen in den Ländern Berlin und Brandenburg.

Bisherige Preisträger und Dozenten waren Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff, Thomas Lehr, Rainald Goetz, Lukas Bärfuss, Hans Joachim Schädlich, Olga Martynova, Feridun Zaimoglu, Ilma Rakusa, Marion Poschmann und Clemens J. Setz.

Der Jury des Berliner Literaturpreises 2020 gehören Prof. Dr. Claudia Albert, Prof. Dr. Michael Gamper, Dr. Jutta Person, Stephan Wetzel und Ernest Wichner an.

In der Begründung für die Preisvergabe heißt es: "Der 1955 in Hamburg geborene Schriftsteller, Musiker und Radio-DJ Thomas Meinecke erhält den Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung für das Jahr 2020. Mit Thomas Meinecke ehrt die Preisjury einen Autor, der nach eigenem Bekunden schreibt, worüber alle reden. Seine Romane und Erzählungen verhandeln ein breites Themenspektrum, das von aktuellen politischen Debatten über Gender-Diskussionen bis hin zu Identitätskonstruktionen reicht. Es geht um Inter- und Transsexualität, um Queerness, um popkulturelle Selbstentwürfe und um Formen von Uneigentlichkeit, die in die 'normale' Lebenswelt eindringen und sie erweitern. Thomas Meinecke hat den Diskursroman als erzählerischen Theorieessay neu begründet. Seine montierten und gesampelten Texte eröffnen auf so kluge wie unterhaltsame Weise einen Zugang zu popkulturellen Theorien, zitieren klassisch-akademische Sprechweisen und verwenden dabei eine Fülle von Anekdoten und historischen Reminiszenzen. Den Erzählgang dynamisiert Meinecke durch geschickt gesetzte Schnitte – was nicht zuletzt auch dem Handwerkszeug des DJs und Musikers entspricht."

Der Berliner Literaturpreis wird am 24. Februar 2020 vom Regierenden Bürgermeister und Vorsitzenden des Rates der Stiftung Preußische Seehandlung, Michael Müller, im Berliner Rathaus verliehen. Der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Günter M. Ziegler, wird die Berufung des Preisträgers auf die Gastprofessur vornehmen. Die Laudatio hält Barbara Vinken, Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Berlin, am 11. Oktober 2019

Nähere Informationen erteilen Ihnen gern:
Dr. Ute Bredemeyer, Stiftung Preußische Seehandlung, T 030 30308792
Carsten Wette, Freie Universität Berlin, T 030 838-73189