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Für ein Leben ohne Demenz: Neue Stiftung Deutsche Demenzhilfe treibt Fortschritt in der Forschung voran

19.09.2019

Demenz ist die neue Volkskrankheit. Nahezu 1,7 Millionen Deutsche leiden an einer Demenzerkrankung. Mit ihnen zusammen leiden auch rund 2,5 Millionen pflegende Angehörige, denn die Pflege ist nicht nur körperliche Schwerstarbeit, sondern oft auch eine enorme seelische Belastung. Demenz droht zur zweithäufigsten Todesursache weltweit zu werden. Bislang ist eine Heilung nicht möglich. Mehr finanzielle Mittel bedeuten auch mehr Forschung betreiben zu können. Deshalb wurde die Deutsche Demenzhilfe – DZNE-Stiftung für Gehirn und Gesundheit gegründet.

Ihre Aufgabe ist es, Spenden einzuwerben, um die Demenzforschung und die Suche nach geeigneten Therapien am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) voranzutreiben.

"Demenz geht uns alle an. Wenn wir den Kampf dafür nicht jetzt führen, wird die Herausforderung immer größer. Die Deutsche Demenzhilfe soll die treibende Kraft im Kampf gegen Demenz werden", so Wolfgang Clement, Bundeswirtschaftsminister a.D. und Kuratoriumsmitglied der Stiftung. Exklusiver Partner der Stiftung ist das DZNE, Deutschlands größte, öffentlich geförderte Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet. Das vor zehn Jahren gegründete Zentrum ist inzwischen bundesweit an zehn Standorten vertreten und kooperiert dort mit den Universitäten und Unikliniken.

Wie wichtig es ist, zusätzliche Gelder in die Erforschung von neurodegenerativen Erkrankungen zu investieren, macht Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann deutlich, der am DZNE-Standort Rostock/Greifswald die Versorgungsforschung leitet: "Aufgrund aktuell noch fehlender Behandlungsmöglichkeiten wird die Patientengruppe der Menschen mit Demenz weiter stark wachsen. Eine unserer Studien hat aktuell ermittelt, dass 1,7 Mio. Menschen mit Demenz zurzeit Gesundheitskosten in Höhe von 34 Mrd. Euro pro Jahr verursachen. Werden die vielen Stunden mit eingerechnet, die die Angehörigen in der Pflege der Menschen mit Demenz leisten, belaufen sich die jährlichen Kosten sogar auf 73 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anteil von mehr als einem Drittel an den gesamtgesellschaftlichen Gesundheitskosten aller Menschen im Alter von über 65 Jahren."

Für Deutschland ist die Prognose aufgrund der demografischen Entwicklung besorgniserregend: Laut Schätzungen könnten die Gesundheitskosten bis zum Jahr 2060 auf 195 Milliarden Euro anwachsen. Zusätzlich sinkt der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung. Das bedeutet, die zukünftige junge Generation muss nicht nur die sinkende Zahl der Erwerbstätigen auffangen, sondern auch das Mehr an Pflege schultern.

"Wir wollen Lebensqualität und sinnvolle gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen bis ins hohe Alter. Die Deutsche Demenzhilfe setzt den Hebel dort an, wo er am wirksamsten ist: bei der Forschung nach Ursachen und Therapien. Und wir brauchen einen menschenwürdigen Umgang mit Betroffenen", so Kuratoriumsmitglied Wolfgang Clement. Ein Projekt des DZNE zur Versorgungsforschung zeigt neue Wege auf: "Wir haben am DZNE innovative Versorgungsmodelle erarbeitet, in denen speziell qualifizierte Pflegefachkräfte, sogenannte Dementia Care Manager, die Versorgung von Menschen mit Demenz und die Situation der pflegenden Angehörigen verbessern", so Wolfgang Hoffmann. Der Fokus liegt hier auf der Pflege zu Hause, denn mehr als zwei Drittel der Betroffenen wünschen sich den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit. Nun geht es darum, das entwickelte Dementia Care Management in das bestehende Gesundheitssystem zu implementieren. Die Kranken- und Pflegekassen sind interessiert, fordern aber zuerst den Nachweis der Praxistauglichkeit solcher Versorgungsmodelle. Im Zuge der Gründung der Deutschen Demenzhilfe und dank der ersten Großspende wurde dieser Nachweis in einem Modellvorhaben erbracht.

Auch andere Forschungsbereiche wie die Grundlagenforschung oder Klinische Studien will die Deutsche Demenzhilfe fördern. Dazu erklärt der DZNE-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera: "Die Klinische Forschung ist eine besondere Herausforderung, denn sie ist aufgrund der umfassenden Sicherheitsprüfungen sehr teuer." Aber es gibt Grund zur Hoffnung. "Wir suchen intensiv nach neuen Therapien, um die verheerende Krankheit zu besiegen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Zukunft einen Durchbruch haben werden", so Nicotera.

Zu diesem Durchbruch beitragen soll auch eine völlig neue Rechnerarchitektur, die es ermöglicht, große Mengen medizinischer Patientendaten in einem Bruchteil der heute dafür notwendigen Zeit zu analysieren und Muster zu entdecken. "Moderne Verfahren wie MRT-Scans und Genomanalysen produzieren schon für einzelne Probanden riesige Datenmengen. Wenn wir diese dann für Studien mit anderen zusammenziehen, summieren sie sich schnell auf einige hundert Terabyte. Dieses Rohdatenvolumen kann mit den bislang zur Verfügung stehenden Rechnern nicht mehr sinnvoll verknüpft und analysiert werden. Dank des sogenannten Memory-Driven Computing können wir die Auswertung dieser großen Datenvolumen dramatisch beschleunigen", so Prof. Dr. Joachim Schultze, Gruppenleiter der Arbeitsgruppe "Gemeinsame epigenomische Plattform" am DZNE Bonn.

Das DZNE ist weltweit das erste medizinisch forschende Institut, welches das von Hewlett Packard Enterprises "The Machine" betitelte Konzept in der Praxis nutzt. Möglich wurde dies dank einer engen Kooperation mit dem Hardware-Konzern, der diese Entwicklung großzügig unterstützt.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE e.V.)

Das DZNE ist die einzige Forschungseinrichtung in Deutschland, die neurodegenerative Erkrankungen in ihrer ganzen Bandbreite erforscht: Von der Grundlagenforschung über klinische Studien bis hin zu Bevölkerungsstudien und der Versorgungsforschung. Ziele des DZNE: die Ursachen der Erkrankungen zu finden, die Diagnose, Therapie und Versorgung zu verbessern und langfristig die Prävention zu fördern. Das DZNE ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit insgesamt zehn Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, Ulm, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen.

Deutsche Demenzhilfe – DZNE-Stiftung für Gehirn und Gesundheit

Die Deutsche Demenzhilfe wurde vom Gründungsstifter Dr. Erwin V. Conradi ins Leben gerufen. Sie ist eine Förderstiftung des DZNE und wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verwaltet. Die Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt und berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Die Stiftung setzt sich aus einem Kuratorium und einem Stiftungsrat zusammen.

Das Kuratorium besteht aus folgenden Mitgliedern: Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des DZNE und seit 35 Jahren in der biomedizinischen Forschung, Dr. Sabine Helling-Moegen, administrativer Vorstand des DZNE, Wolfgang Clement, Bundeswirtschaftsminister a.D., Alexandra Gräfin Lambsdorff, ehemalige Managerin sowie Rainer Lüdtke, Vertreter des Stifterverbandes.

Dem Stiftungsrat gehören an: Annette Schavan, Bundesforschungsministerin a.D., Claudia von Arnim, Musikconsultant, Eduard Thometzek, Geschäftsführer der Herbert-Worch-Stiftung und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe, Helga Rübsamen-Schaeff, Managerin und Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der Biotechfirma Aicuris und Olaf Piepenbrock, Geschäftsführender Gesellschafter der Piepenbrock Unternehmensgruppe.

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

T 0201 8401-204
F 0201 8401-255

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Ansprechpartnerin bei der 
Stiftung Deutsche Demenzhilfe:

Kerstin Rungberg 
T 0228 43302-204
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Ansprechpartner beim DZNE e.V.:

Guido Ening
T 0228/43302-263
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