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Ein Dankeschön an Bauern

21.08.2019

Die DSZ – International Giving Foundation unterstützt XtraPay – ein innovatives Projekt, entwickelt von EZ-Scouts. XtraPay schließt daran an, dass viele Konsumenten bereit wären, einen höheren Preis für Nahrungsmittel aus Entwicklungsländern zu zahlen – vorausgesetzt, ihr Geld kommt direkt beim Bauern an.

XtraPay möchte internationale Lieferketten transparenter machen und eine direkte Verbindung zwischen Produzent und Konsument herstellen. Jetzt wird es in zehn Braunschweiger Supermärkten erprobt.

Mit XtraPay kann der Supermarktkunde Farmarbeitern in Entwicklungsländern freiwillig einen Bonus von 20 Cent zahlen. Sie müssen lediglich im Supermarkt ein Kärtchen, das am Pilotprodukt Ananas befestigt ist, auf das Kassenband legen. Die Kassierer scannen das Kärtchen gemeinsam mit den Einkäufen ein. Die Konsumenten tragen so ohne großen Aufwand dazu bei, soziale Ungleichheiten in Entwicklungsländern zu reduzieren. Zudem erfahren sie auf dem Kärtchen mehr über den Ursprung ihrer Ananas. Anna Peter, Initiatorin des Projekts, erläutert die Idee: "Mit XtraPay stellen wir eine einzigartige Verbindung zwischen Endverbraucher und Farmarbeiter her. Konsumenten erfahren, woher ihre Produkte kommen, und können sich bei den Menschen am Anfang der Lieferkette bedanken."

Wie aber funktioniert XtraPay? Die Arbeiter erhalten ihr Dankeschön in Form von "Mobile Money" direkt aufs Handy. Mit Mobile Money können die Farmarbeiter vor Ort in Geschäften bezahlen oder auch Bargeld abheben. Marco Weiße, Verkaufsleiter der Görge Frischemärkte in Braunschweig, war von der Idee gleich begeistert: "XtraPay ist gut durchdacht, passt zu unserem Unternehmen und ist für den Händler einfach gemacht." Das Familienunternehmen hat jetzt XtraPay in zehn Märkten pilotiert. Anlässlich der Auftaktveranstaltung könnten Kunden mittels einer Virtual Reality Brille sogar die Tropigha Farm in Ghana besuchen und sich ein Bild vom Anbau machen. Die Görge Märkte erfassen die Bonuszahlungen separat. Diese werden monatlich an die Arbeiter vor Ort ausgezahlt. Damit der Betrag vollständig ankommt, übernehmen die Görge Märkte die Transaktionskosten. Die Bonuszahlungen nach Ghana werden transparent und unbürokratisch über die DSZ – International Giving Foundation abgewickelt.

Foto: GIZ/Sebastian Waidelich
Die Pilotprojekt ist jetzt in zehn Braunschweiger Supermärkten angelaufen.
Foto: GIZ/Sebastian Waidelich
Beim Kauf einer Ananas können Supermarktkunden das XtraPay-Schild auf das Kassenband legen ...
Foto: GIZ/Sebastian Waidelich
... und zahlen dann einfach 20 Cent Aufpreis, der direkt an die Landarbeiter in Ghana geht.

Die Idee zu XtraPay stammt von einem vierköpfigen Team sogenannter EZ-Scouts, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an Kammern, Verbände und Vereine der deutschen Wirtschaft entsandt werden. Dort fördern sie als Experten der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) unternehmerisches Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die EZ-Scouts hatten XtraPay 2017 bei einem Innovationswettbewerb eingereicht, den die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH 2017 unter ihren Mitarbeitern auslobte. Damit setzten sie sich gegen 250 Mitbewerber durch und entwickelten XtraPay mit professioneller Unterstützung bis zur Marktreife. Jetzt heißt es, ghanaische Ananas in Braunschweig zu kaufen und zu einer erfolgreichen Premiere beizutragen.

Umgesetzt wird XtraPay vom EZ-Scout Programm im Auftrag des BMZ. Die Implementierung erfolgt in Kooperation mit dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA), den Görge Frischemärkten, MTN Ghana, Tropigha Farms Ltd. und dem GIZ-Programm zur Förderung marktorientierter Landwirtschaft in Ghana, welches Unternehmen und Arbeiter durch Schulungen in guten Anbaupraktiken und Vermarktung unterstützt. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedenen Partner können beste Ananas nun in Braunschweig geboten werden.

 

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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