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Michael Hertl scheidet aus dem Beirat der Kind-Philipp-Stiftung aus

26.04.2019

Fast fünfzig Jahre lang gehörte Prof. Dr. Michael Hertl dem Beirat der Kind-Philipp-Stiftung an. Jetzt hat der 92 Jahre alte, renommierte Mediziner sein Mandat aus Altersgründen niedergelegt.

Foto: privat

Im Jahr 1971 lernte Professor Michael Hertl, damals Chefarzt der Kinderklinik des Krankenhauses "Maria von den Aposteln" in Mönchengladbach die Familie Reiners kennen. Der Anlass war traurig, denn Philipp Reiners, der Sohn der Familie, war an Leukämie erkrankt. Michael Hertl begleitete die Familie durch eine von Hoffnung und Rückschlägen geprägte, schwierige Zeit. Trotz aller Bemühungen konnte Philipp mit den damaligen Möglichkeiten nicht gerettet werden. Im Alter von 14 Jahren starb er im Frühjahr 1972.

Philipps Vater, Walter Reiners, gründete im engen Austausch mit Michael Hertl noch im selben Jahr die Kind-Philipp-Stiftung für Leukämieforschung, um anderen Familien dieses Leid zu ersparen. Während früher die Diagnose "Leukämie" fast immer ein Todesurteil war, werden heute nahezu 90 Prozent der kleinen Patienten geheilt. Diese erhebliche Verbesserung der Prognose ist auch ein Verdienst der Kind-Philipp-Stiftung, entscheidend mitgestaltet durch Michael Hertl.

Seit 1972 gehörte der charismatische Mediziner dem Stiftungsbeirat an, zwischen 1980 und 2017 als dessen Vorsitzender. In dieser Zeit verantwortete er maßgeblich das Förderprogramm der Stiftung, das seit 2012 das gesamte Gebiet der pädiatrischen Onkologie adressiert und die Vergabe des renommierten Kind-Philipp-Preises für pädiatrisch-onkologische Forschung, die Förderung nationaler und internationaler Expertentreffen sowie die Unterstützung junger, wissenschaftlich interessierter Medizinerinnen und Mediziner in der Promotions- und Postdoc-Phase umfasst.

Jan Reiners, ältester Sohn des Stifters und Bruder von Philipp, übernahm im Jahr 2017 den Beiratsvorsitz. Michael Hertl blieb der Stiftung als Mitglied des Beirates erhalten und begleitete bis heute alle Förderentscheidungen mit großer Sachkenntnis und Weitsicht. "Nach dem Tod meines Vaters im Jahr 1980 übernahm Michael Hertl den Vorsitz und setzte die Profilbildung der Stiftung ganz im Sinne des Stifters fort", erinnert sich Jan Reiners. "Michael Hertls Forschung zur kindlichen Leukämie, seine wertvollen Impulse für die Kind-Philipp-Stiftung, aber auch seine Empathie und hohe ärztliche Kompetenz verdienen allerhöchste Anerkennung. Auch dank seines Engagements hat die Stiftung ihr Renommee als große, private Fördereinrichtung der Kinderonkologie in Deutschland erworben. Dafür danken wir ihm sehr."

Die Kind-Philipp-Stiftung ist eine gemeinnützige nichtrechtsfähige Stiftung unter dem Dach des Stifterverbandes. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Im Rahmen ihres Förderprogramms arbeitet sie eng mit der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) zusammen. Der Schwerpunkt der Kind-Philipp-Stiftung liegt in der Förderung von herausragenden, innovativen Forschungsarbeiten, der Unterstützung von exzellenten (Nachwuchs-)Wissenschaftlern und der Etablierung von Plattformen für einen intensiven fachlichen Austausch, auch auf internationaler Ebene. Seit 1972 verleiht die Stiftung jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Kind-Philipp-Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren zur Erforschung von Leukämie und Krebs bei Kindern.

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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