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Thüringer Modellbauprojekt erhält Primus-Preis des Monats

17.04.2019

Die Stiftung Bildung und Gesellschaft zeichnet im April ein Projekt des Modellsportvereins AeroNautic Bad Salzungen e.V. aus. Es bringt Schülern in Thüringen handwerkliche Fähigkeiten näher und setzt sich aktiv für eine Stärkung der praktischen und handwerklichen Bildung ein.

Das Projekt mit dem Namen "Modellbau bildet …!" wurde von Modellbauern aus Hessen und Thüringen initiiert. Der Primus-Preis des Monats ist mit 1.000 Euro dotiert.

In einer immer stärker digitalisierten Welt hat es eine durch und durch analoge Beschäftigung wie der Modellbau nicht leicht. Überhaupt drohen diverse handwerkliche Fertigkeiten in der jungen Generation zu verkümmern, wenn Smartphones und Controller die einzigen Geräte sind, die man anfasst. Dennoch: Mit den eigenen Händen einen Flieger zu konstruieren, der am Ende tatsächlich durch die Lüfte schwebt, kann Jugendliche faszinieren. Hier setzt das Projekt "Modellbau bildet …!" an.

Foto: Timo Schmidt
Foto: Timo Schmidt

In einer Arbeitsgemeinschaft an der Regelschule Werratal in Bad Salzungen gehen bis zu zehn Schüler dem Modellbau nach – unterstützt durch ehrenamtliche Betreuer aus dem Verein. Es werden Schiffsmodelle und Flugmodelle gebaut – zum Einstieg ein einfacher Wurfgleiter aus Balsaholz. Nach Plan und ohne Verwendung eines Bausatzes, sondern aus Rohmaterialien stellen die Schüler sämtliche Einzelteile ihrer Modelle selbst her. Präzises Arbeiten ist gefragt. Fehler gehören dazu, sie dienen dem Lernerfolg. Auf dem Weg zum fertigen Modell müssen die Jugendlichen verschiedene Hürden und auch mal Frustration überwinden. Mit den fertigen Modellen geht es dann hinaus auf das Modellsportgelände, wo die Freiflugmodelle durch die Lüfte segeln und die Schiffsmodelle auf dem Wasser ihre Runden drehen. Nebenbei erleben die Schüler noch etwas angewandte Physik, denn Aerodynamik und Trimmung spielen für den erfolgreichen Jungfernflug eine entscheidende Rolle. 

Nach Abschluss eines anspruchsvollen Projekts erhält jeder Schüler ein Diplom – das sich oft auch nützlich in einer Bewerbungsmappe für einen Ausbildungsplatz macht. 

Das im Jahr 2011 gestartete Modellbau-Projekt kann den Grundstein dafür legen, dass Jugendlichen dank der dort gesammelten Erfahrungen ein guter Start ins Berufsleben gelingt. "Nicht nur die Handwerker, auch die Ingenieure von morgen profitieren von diesem Projekt", meint Birgit Ossenkopf, Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Der Jury war es wichtig, eine Initiative auszuzeichnen, die einem blinden Fleck im Unterricht entgegenwirkt. Denn praktisches Basteln findet nach der Grundschulzeit nicht mehr statt. Birgit Ossenkopf: "Das Projekt hilft, das Potenzial handwerklicher Bildung zu heben." 

"Da die Gefahr besteht, dass unserer Gesellschaft diese Quelle praktischer Bildung unwiederbringlich verloren geht, haben wir ein Konzept entwickelt, dass eine deutliche Vervielfältigung solcher Angebote vorsieht", sagt Andreas Hornung, Sprecher der Initiative "Modellbau bildet …!". "In Zeiten verminderter Handwerklichkeit werden zukünftig eher mehr als weniger Menschen benötigt, die Schülern aller Altersgruppen über einen längeren Zeitraum praktische und handwerkliche Bildung in einem erweiterten Maß vermitteln."

 

Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die Stiftung Bildung und Gesellschaft will damit Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen von Januar bis Dezember ausgezeichneten Projekten wird der Primus des Jahres gewählt und mit insgesamt 5.000 Euro Preisgeld prämiert. Die Wahl zum Primus des Jahres 2019 findet Anfang 2020 statt.

Der Sonder-Primus Startklar ergänzt 2019 den Primus-Preis und wird viermal im Jahr an zivilgesellschaftliche Initiativen vergeben, die Jugendliche auf dem Weg in die Berufswelt unterstützen. Dies können beispielsweise Projekte sein, die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung begleiten, Angebote, die Jugendlichen den Übergang von der Schule in die Ausbildung erleichtern, oder Initiativen, die junge Menschen mit fehlender oder geringer Ausbildung auf die Berufswelt vorbereiten. Der Sonder-Primus Startklar ist mit 1.000 Euro dotiert. Zusätzlich erhalten die ausgezeichneten Initiativen je 500 Euro für den Besuch einer Weiterbildung. Die randstad stiftung fördert den Sonder-Primus Startklar. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

T 0201 8401-204
F 0201 8401-255

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Ansprechpartner beim Modellsportverein
AeroNautic Bad Salzungen e.V.:

Andreas Hornung
Sprecher "Modellbau bildet …!"
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