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Stiftung Forum Bergbau und Wasser fördert Forschung zum Thema Grubenwasser

31.10.2018

Drei neue, hochdotierte Ausschreibungen beschäftigen sich mit den Folgen des Anstiegs des Wasserpegels in stillgelegten Zechen.

 
Nach dem Ende des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet, im Raum Ibbenbüren und im Saarland stellt sich die Frage nach dem Umgang mit dem Thema Grubenwasser neu. Damit die Schächte nicht überfluten, musste bislang der Wasserspiegel künstlich abgesenkt werden. Das so abgepumpte Grubenwasser wird in Emscher, Lippe, Ruhr, Rhein und Saar eingeleitet. Diese Notwendigkeit entfällt – und dies bedeutet neue Herausforderungen für Wasserwirtschaft und Ökologie.

Das im Jahr 2017 von der RAG Aktiengesellschaft (ehemals Ruhrkohle) initial mit fünf Millionen ausgestattete Forum Bergbau und Wasser soll die Suche nach Lösungen für die Folgen des Grubenwasseranstiegs begleiten. Die Treuhandstiftung des Stifterverbandes ist im Kuratorium mit anerkannten Experten auf dem Gebiet der Hydrogeologie besetzt. Sie arbeitet unabhängig und vergibt externe Forschungsaufträge. Drei neue Ausschreibungen sollen verschiedene Problemstellungen wissenschaftlich beantworten:

Projekt: Nachhaltige Grubenwasseranstiegsniveaus
Nach der Einstellung des Steinkohlenbergbaus in Deutschland sollen die Pumpen unter Tage schrittweise abgestellt werden. Auf welches Niveau das Grubenwasser dann allmählich ansteigen wird, darüber diskutieren derzeit die RAG AG, Behörden und Interessensverbände. In dieser Ausschreibung soll diese Frage aus verschiedenen Perspektiven sozial- und naturwissenschaftlich untersucht werden.

Projekt: Ökologisch-wasserwirtschaftliche Auswirkungen der Grubenwasserkonzepte der RAG AG auf die Vorflut
Im Ruhrgebiet ist beispielsweise geplant, den Grubenwasserspiegel in den stillgelegten Steinkohlezechen auf ca. 600 Meter unter der Erdoberfläche ansteigen zu lassen. In die Emscher soll kein Grubenwasser mehr eingeleitet werden. Ganz auf das Einleiten von Grubenwasser etwa in Rhein, Ruhr und Saar kann auch in Zukunft nicht verzichtet werden. Doch insgesamt wird erwartet, dass sich die ökologische und chemische Qualität der Oberflächengewässer verbessern wird. In dem hier ausgeschriebenen Forschungsprojekt geht es unter anderem darum, die optimale Auswahl der Einleitstellen sowie Art der Einleitung herauszufinden.

Projekt: Inwertsetzung der energetischen Nutzungspotenziale von Grubenwasser
Grubenwasser lässt sich auch für die lokale und regionale Energieerzeugung nutzen. Es gibt bereits erfolgreiche Pilotprojekte. Das Forum Bergbau und Wasser ruft nun zu einem Ideenwettbewerb auf, der innovative, effiziente und nachhaltige Nutzungskonzepte des Grubenwassers zu Tage fördern soll.

Für jede der drei Ausschreibungen stehen Fördermittel in Höhe von bis zu 300.000 Euro bereit. Angesprochen sind vor allem universitäre oder außeruniversitäre Forschungsinstitute in der Gewässerökologie und der Wasserwirtschaft, aber auch aus angrenzenden Bereichen wie den Umwelt- und Geowissenschaften. Die Geförderten müssen steuerbegünstigt (gemeinnützig) sein. Kooperationen von Instituten sind gerne gesehen. Die Antragsfrist endet am 31. Dezember 2018.

 

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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