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Preisverleihung der Kind-Philipp-Stiftung an Dr. Maximilian Witzel

04.05.2018

Der Kind-Philipp-Preis 2017 wird an Dr. Maximilian Witzel und sein Team für die Forschungsarbeit "Chromatin-remodeling factor SMARCD2 regulates transcriptional networks controlling differentiation of neutrophil granlocytes" verliehen.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Dr. Witzel und ein Team von Ärzten und Wissenschaftlern aus Europa, den USA und Australien haben gemeinsam wichtige Erkenntnisse erzielt, die exemplarisch zeigen, wie die Erforschung seltener Erkrankungen das Verständnis hämatologisch-onkologischer Erkrankungen verbessern kann.

Das angeborene Knochenmarkversagen ist eine Gruppe von Erkrankungen, die sich dadurch auszeichnet, dass alle oder einzelne Blutzelllinien unzureichend gebildet werden (Mono-, Di- oder Trizytopenie). Patienten mit Knochenmarksversagen haben eine hohes Risiko, ein Myelodysplastisches Syndrom oder eine Leukämie zu entwickeln.

Eine wegweisende Entdeckung bei der Erforschung dieser Krankheiten haben Dr. Witzel und sein Team gemacht: Das Gen SMARCD2 kontrolliert die Reifung von neutrophilen Granulozyten und verhindert die Entstehung von Leukämien. 

Das Team hat weltweit drei Familien mit einem SMARCD2-Defekt diagnostiziert. Leider sind zwei von vier Kindern mit dieser seltenen Erkrankung bereits an deren Komplikationen verstorben. Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Witzel und seinen Kollegen wird dazu beitragen, dass in Zukunft betroffene Kinder sehr viel früher diagnostiziert und vor dem Auftreten einer Leukämie mit einer Blutstammzelltransplantation behandelt werden können. Dr. Witzel forscht bei Prof. Dr. Christoph Klein am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität. Prof. Dr. Klein hatte bereits vor vielen Jahren ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um den Ursprung der seltenen Erkrankung zu identifizieren.

Johannes Reiners, Dr. Maximilian G. W. Witzel, Jan Reiners und Anka Reiners (v.li.)
Johannes Reiners, Prof. Angelika Eggert, Jan Reiners, Anka Reiners, Dr. Maximilian G. W. Witzel, Prof. Günter Henze, Dr. Marilen Macher und Prof. Christian Kratz (v.li.)

Die Preisverleihung fand im Rahmen der 91. wissenschaftlichen Halbjahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) am 4. Mai 2018 in der Universitätsklinik Frankfurt statt.

Der Kind-Philipp-Preis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Seit 1972 verleiht die Stiftung jährlich den Kind-Philipp-Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet.

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

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