Ein Tochterunternehmen des Stifterverbandes Alle Seiten

Ein Tochterunternehmen des Stifterverbandes

Navigation schliessen
Alt text

Ohne erhöhtes Blutungsrisiko – Schlaganfall innovativ therapieren

02.12.2016

Corona-Stiftung im Stifterverband fördert Forschungsprojekt

Wirksamere und weniger riskante Schlaganfalltherapien sind das Ziel von Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz. Der Neurologe in der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen verfolgt innovative therapeutische Ansatzpunkte für dem durchblutungsbedingten (ischämischen) Schlaganfall. Die Corona-Stiftung im Stifterverband unterstützt das Vorhaben in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 700.000 Euro.

Der Bedarf ist groß: In Europa sterben jedes Jahr eine halbe Million Menschen an den Folgen eines Schlaganfalls. Wer überlebt, leidet meist an körperlichen Behinderungen. Eine gestörte Hirn-Durchblutung löst den ischämischen Schlaganfall aus. Mit schnell verabreichten blutverdünnenden Medikamenten besteht die Chance, das Blutgerinnsel aufzulösen. Weil dabei jedoch die Blutungsgefahr steigt, eignet sich diese Therapie nur für etwa 15 Prozent aller Betroffenen. Bitter ist zudem, dass erlittene Hirnschäden meist nicht geheilt werden können, auch nicht in der anschließenden Reha.

Professor Kleinschnitz: "Unsere Idee stellt vieles auf den Kopf, denn wir setzen bei den kleinsten Blutgefäßen im Gehirn an." Weil sie sich nämlich bei einem Schlaganfall verändern, werden die Blutplättchen (Thrombozyten) aktiv. Zusammen mit der plasmatischen Blutgerinnung und den T-Zellen aus der Immunabwehr lösen sie weitere Durchblutungsstörungen, Gehirnödeme und Entzündungen im vorgeschädigten Gehirn aus.

Wenn man diesen Mechanismus in einem bestimmten Bereich der plasmatischen Blutgerinnung blockiert, sinkt das Schlaganfall- und das Blutungsrisiko aus der bisherigen Medikamententherapie. Eine ebenso vielversprechende Wirkung haben im Übrigen die T-Zell-Blocker, so Kleinschnitz. Bis allerdings Schlaganfallpatienten von den neuen Erkenntnissen profitieren können, wird es noch dauern. Zunächst muss noch geklärt werden, welche der beiden Varianten erfolgreicher ist und wie der Mechanismus funktioniert.

Unterstützt wird die AG dabei von Prof. Dr. Matthias Gunzer vom Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung und dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie unter Leitung von Prof. Dr. Michael Forsting. Dort wird der Verlauf eines Schlaganfalls über wiederholte MRT-Messungen beobachtet und mit Verhaltenstests verglichen.

Da Faktoren wie das Alter, Geschlecht, Bluthochdruck oder Übergewicht das Schlaganfallrisiko und die Therapie beeinflussen, muss die Wirkung und Sicherheit der vielversprechenden Therapie im Zusammenspiel mit den Risikofaktoren getestet werden. Deshalb arbeiten die Wissenschaftler auch mit der Westdeutschen Biobank Essen zusammen, die sie mit Proben versorgt und ihre Proben einlagert.

Außerdem nehmen die Forscher auch die Herzfunktion in den Blick. Denn seit langem ist bekannt, dass sich Hirn und Herz gegenseitig stark beeinflussen. Nach einem Schlaganfall kann sich zum Beispiel die Herzfunktion ändern. Die Forscher kooperieren deshalb eng mit Prof. Dr. Tienush Rassaf, Leiter der Klinik für Kardiologie und Angiologie.

 

Über die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Wissenschaft und Forschung auf höchstem internationalem Niveau und eine herausragende, exzellente Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte: Diese Ziele hat sich die Medizinische Fakultät gesteckt und verfolgt sie mit Nachdruck. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Genetik. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakultät exzellente Ausbildungsmöglichkeiten.

 

Über die Essener Universitätsmedizin

Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und seine Tochterunternehmen Ruhrlandklinik, St. Josef Krankenhaus, Herzzentrum Huttrop und Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit ca. 1.700 Betten in mehr als 70 Gebäuden das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets: Alleine im vergangenen Jahr (2015) behandelten unsere rund 7.900 Beschäftigten fast 70.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Herausragende Schwerpunkte sind die Onkologie, die Transplantation sowie die Herz- und Gefäßmedizin: Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ), einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation (WZO), ein international führendes Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, und dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum (WHGZ), in dem wir jährlich mehr als 2.000 Operationen durchführen, hat die Essener Universitätsmedizin eine weit über die Region reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten.

 

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

T 0201 8401-204
F 0201 8401-255

E-Mail senden

Ansprechpartnerin an der Universität Duisburg-Essen:

Christine Harrell
Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit 
des Dekanats der Medizinischen Fakultät 
T 0201 723-1615
E-Mail senden

 

Ansprechpartner am Universitätsklinikum Essen:

Oliver Kirch
Leiter Stabsstelle Marketing und Kommunikation
T 0201/723-3564
E-Mail senden