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Hans-Kilian-Preis 2015 ging an die bekannte Psychoanalytikerin Jessica R. Benjamin

30.03.2016

Als erste Frau wurde die US-amerikanische Psychoanalytikerin Jessica R. Benjamin (69) am 24. April 2015 in Bochum mit dem renommierten Hans-Kilian-Preis ausgezeichnet, einem der höchstdotierten Preise im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland. Der internationale Hans-Kilian-Preis zur Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation ist mit 80.000 Euro dotiert und wurde zum dritten Mal verliehen.

Die Preisträger der Jahre 2011 und 2013, der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme sowie der Soziologe und Sozialtheoretiker Hans Joas, gratulierten Jessica R. Benjamin persönlich zu ihrer Auszeichnung. Weiterer Höhepunkt der Festveranstaltung war die Begegnung der drei Preisträger Benjamin, Böhme und Joas im Rahmen eines Podiumsgesprächs.

Mit der Verleihung des diesjährigen Hans-Kilian-Preises wurde das wissenschaftliche Lebenswerk von Jessica R. Benjamin gewürdigt. In der Verleihungsurkunde heißt es: "Mit der Entwicklung ihrer intersubjektiven Anerkennungstheorie und in ihren Beiträgen zur Geschlechter-, Identitäts-, Konflikt- und Traumaforschung dokumentiert sie eindrucksvoll die bleibende Bedeutung psychoanalytischer Perspektiven für die interdisziplinären Wissenschaften vom Menschen. Zugleich überschreitet sie in ihrem Denken nationale Wissenschaftskulturen und vereint amerikanische und europäische, insbesondere deutsche Traditionen der Philosophie, Psychologie und Sozialtheorie."

Jessica R. Benjamin studierte bei Theodor W. Adorno an der Universität in Frankfurt am Main und gilt international als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Psychoanalyse, Identitätstheorie und feministischen Psychologie. Sie ist Mitbegründerin der Internationalen Vereinigung für relationale Psychoanalyse und Psychotherapie und des Stephen Mitchell Center for Relational Studies in New York. Ein Beispiel für ihr Wirken im Bereich der metakulturellen Humanisation sind Workshops, bei denen sie Palästinenser und Israelis, die im Gesundheitswesen tätig sind, mit dem Ziel zusammenführt, einen Prozess gegenseitiger Anerkennung in Gang zu setzen.

Die Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert seit 1987 herausragende Forschungsprojekte und Publikationsvorhaben. Im Zentrum stehen wissenschaftliche Untersuchungen, die das geschichtliche und kulturelle Selbstverständnis des Menschen erweitern und zukunftsträchtige Perspektiven des Zusammenlebens in den komplexen Wirklichkeiten einer globalisierten Welt eröffnen.

Ein Leuchtturmprojekt der Stiftung ist – neben der Verleihung des Hans-Kilian-Preises – das Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum (KKC). Dieses wurde im August 2014 an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum gegründet und widmet sich vielfältigen Aufgaben im Rahmen einer interdisziplinär und international ausgerichteten Psychologie und Psychoanalyse. Das KKC kooperiert eng mit anderen Fakultäten und interdisziplinären Forschungszentren an der Ruhr-Universität sowie namenhaften nationalen und internationalen Wissenschaftseinrichtungen.

Kontakt:

Dr. Pradeep Chakkarath

Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum
Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie, Fakultät für Sozialwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstr. 150
44780 Bochum
Tel.: (0234) 32-25165

 

Pressekontakt

Anke Meis (Foto: Sven Lorenz)

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

T 0201 8401-204

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