Ist die Stiftung errichtet, sollte das Selbstverständnis der Stiftung als Förderorganisation ausbuchstabiert werden (Purpose, Mission). Wirkungsorientiert zu arbeiten, bedeutet die Übertragung von erfolgreichem wirtschaftlichem Denken auf zivilgesellschaftliches Handeln.
Je nach Selbstverständnis der Stiftung unterscheidet sich die Umsetzung von wirkungsorientierter Arbeit. Operative Stiftungen steuern ihre Wirkung im Wesentlichen über eigene Aktivitäten (Output), mit der sie ein Ergebnis (Outcome) erzielen wollen. Förderstiftungen können die wirkungsorientierte Projektausrichtung zum Beispiel über ihren Antrags- und Berichtserstattungsprozess umsetzen.
Der Stifterverband ist operativ und fördernd tätig und arbeitet mit der sogenannten IOOI-Logik. Sie definiert folgende Wirkungselemente und sichert sie durch Datenerhebungen ab:
- Input: Benötigte oder investierte materielle und immaterielle Ressourcen
- Output: Durchgeführte Aktivitäten und Maßnahmen sowie deren messbare, unmittelbare Ergebnisse
- Outcome: Veränderungen auf Ebene der Zielgruppe/n
- Impact: Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene
Entlang der IOOI-Logik lässt sich die Wirkung jedes Projektes planen, überprüfen und kommunizieren. Sie ist ein Reflexionswerkzeug, das in allen Teilen der Projektplanung und -durchführung hilfreich ist.
Wirkungsziele beschreiben, welche Effekte auf Ebene der Zielgruppe/n (Outcome) und auf größerer gesellschaftlicher Ebene (Impact) durch geeignete Maßnahmen (Output) erreicht werden sollen. Zwischen diesen Ebenen muss ein nachvollziehbarer kausaler Zusammenhang bestehen. Innerhalb des Outcomes unterteilt das Modell Wirkweisen in folgende Kategorien:
- Individuen: Möglichkeiten für Einzelpersonen
- Organisationen: Veränderung von Einrichtungen
- Systeme/Rahmenbedingungen: Veränderung von (politischen) Strukturen
Oft verschränken sich diese Kategorien in der Praxis: Auch im Falle von Projekten der Wirkweisen "Organisationen" und "Systeme/Rahmenbedingungen" arbeitet der Stifterverband in seinen Aktivitäten selbstverständlich mit Individuen, die Zielsetzung dieser Projekte ist jedoch eine andere. Umgekehrt sollen auch Projekte, die der Wirkweise "Individuen" folgen, auf Impact-Ebene organisatorisch und systemisch wirken.
Da sich Wirkungsziele von Projekt zu Projekt stark unterscheiden können, sind projektspezifische Outcome-Indikatoren für die Wirkungsziele notwendig. Dafür hat der Stifterverband drei Dimensionen definiert, die Stiftungen für die eigenen Ziele allerdings unbedingt anpassen und ergänzen sollten.
- Outcome-Dimension 1: Kompetenz und Handlungsfähigkeiten
Die Zielgruppe hat neues Bewusstsein, Wissen, neue Handlungsfähigkeiten oder Kompetenzen erhalten.
- Outcome-Dimension 2: Anwendung und Transfer
Die Zielgruppe wendet neues Wissen, neue Fähigkeiten oder Kompetenzen an, beziehungsweise verändert vor dem Hintergrund ihr Handeln.
- Outcome-Dimension 3: Strukturelle Effekte
Die Veränderung wird auch im Umfeld der Zielgruppe strukturell sichtbar. Beispiel Im Falle einer individuellen Förderung können sich zum Beispiel Arbeitssituation und Handlungsfähigkeit der Zielgruppen ändern. Auf Organisationsebene könnte erreicht werden, Veränderungen dauerhaft in der Organisation zu verankern. Projekte mit der Wirkweise Systeme/Rahmenbedingungen nehmen die Veränderungen grundlegender Strukturen in den Fokus. Sie arbeiten darauf hin, Rahmenbedingungen so zu verändern, dass weitere Interventionen durch private Stiftungsarbeit zukünftig unterbleiben oder in öffentlich-privaten Partnerschaftsmodellen fortgeführt werden können.