Kennt Ihre Stiftung schon den KI-Campus?

Kennt Ihre Stiftung schon den KI-Campus?

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Bildung, Arbeit und gesellschaftliches Engagement.

 
Generative KI-Tools wie Chatbots, Bildgeneratoren oder automatisierte Übersetzungen unterstützen bereits heute Menschen in unterschiedlichsten Kontexten. Gleichzeitig wächst der Bedarf nach Orientierung: Welche Kompetenzen sind notwendig, um KI-Anwendungen sinnvoll zu nutzen? Wie lassen sich Potenziale realistisch einschätzen und auch Risiken kritisch einordnen?

 

Künstliche Intelligenz als Megatrend

Die enorme Verbreitung von KI führt dazu, dass AI Literacy – also ein grundlegendes Verständnis von KI – zu einer digitalen Zukunftskompetenz für die gesamte Gesellschaft wird. Zugleich spielt spezialisierte KI-Fachexpertise eine immer wichtigere Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen (siehe Future-Skills-Framework 2030). Mit dem EU AI Act gelten zudem verbindliche Vorgaben zum Aufbau von KI-Kompetenzen für alle, die KI-Systeme entwickeln, betreiben oder nutzen.

Gefragt sind offene, verlässliche Lernangebote, die Wissen bündeln, Zugänge erleichtern, Kompetenzen stärken und unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Der KI-Campus leistet hierzu einen zentralen Beitrag.
 


Eine offene Lernplattform für KI

Der KI-Campus ist die Lernplattform des Stifterverbandes für Künstliche Intelligenz. Als gemeinwohlorientierte Initiative stellt er mit Unterstützung und Förderung zahlreicher Partner kostenlose digitale Lernangebote bereit und macht diese für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Das Angebot umfasst Onlinekurse, Videos, Podcasts und Tools, die unterschiedliche Lernbedarfe und Vorkenntnisse abdecken.

Kennzeichnend für den KI-Campus sind Offenheit und Kooperation. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Partner entwickeln gemeinsam mit dem Stifterverband hochwertige Lernangebote. Alle eigenen Kurse und offenen Bildungsressourcen (OER) stehen unter einer offenen Lizenz (CC BY-SA 4.0) und können flexibel weiterverwendet sowie in bestehende Bildungsangebote integriert werden.

Der KI-Campus wird bereits von über 130.000 registrierten Lernenden genutzt. Bis 2030 sollen durch die gemeinnützigen Initiative mindestens 500.000 Menschen und mindestens 100 Hochschulen erreicht werden.

KI-Campus (Illustration)

Lernangebote für unterschiedliche Zielgruppen

Der KI-Campus richtet sich bewusst nicht an eine einzelne Zielgruppe. Vielmehr ist es das Ziel, an einem zentralen Ort eine vielfältige Auswahl qualitätsgesicherter Lernangebote rund um das Thema Künstliche Intelligenz für unterschiedliche Zielgruppen bereitzustellen.

Einzelpersonen, Hochschulen, Unternehmen, Stiftungen und die öffentliche Verwaltung können den KI-Campus nutzen, um systematisch KI-Kompetenzen aufzubauen. Das Themenspektrum reicht von KI-Grundlagen und interdisziplinären Fragestellungen bis hin zu vertiefenden Inhalten, beispielsweise im Bereich Machine Learning. Ergänzend gibt es Kurse, die auf spezifische Fachbereiche und berufliche Kontexte zugeschnitten sind – zum Beispiel in der Medizin oder in der Schulbildung.
 

Regionale Hubs für nachhaltige Wirkung

Neben der digitalen Reichweite liegt ein besonderer Fokus auf der regionalen Verankerung. Deshalb baut der KI-Campus gemeinsam mit strategischen Partnern regionale Hubs auf, die als Umsetzungs-, Experimentier- und Vernetzungsräume dienen. In den Hubs werden die digitalen Lernangebote mit lokalen Veranstaltungen und praxisnahen Community-Formaten kombiniert.

Mit Förderung der Dieter Schwarz Stiftung gibt es den KI-Campus-Hub Baden-Württemberg in Heilbronn. Er ist Teil des umfassenden KI-Ökosystems rund um den Innovationspark für Künstliche Intelligenz (IPAI) und stärkt den KI-Innovationsstandort Baden-Württemberg. Das Beispiel zeigt, wie gezielte Förderung die Reichweite und Sichtbarkeit offener Lernangebote erhöhen kann. Weitere regionale Partnerschaften sind ausdrücklich erwünscht und sollen gemeinsam mit Partnern schrittweise aufgebaut werden.

KI-Campus (Illustration)

Anwendungsszenarien von KI in der Stiftungsarbeit

Auch für Stiftungen gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz an Bedeutung. KI eröffnet neue Möglichkeiten für Förderentscheidungen, Programmentwicklung und Wirkungsorientierung und macht den Aufbau entsprechender Kompetenzen zunehmend relevant.

Typische Einsatzfelder reichen von der Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit durch Text- und Bildgenerierung bis zur Effizienzsteigerung von Förderprozessen, etwa durch die automatisierte Vorstrukturierung von Anträgen oder die Auswertung von Wirkungsdaten. Darüber hinaus kann KI helfen, gesellschaftliche Bedarfe und Zielgruppen besser zu analysieren sowie Wissen und Förderwirkungen verständlich aufzubereiten.

Voraussetzung für all diese Anwendungen ist ein grundlegendes Verständnis von Funktionsweisen, Potenzialen und Grenzen von KI. Darauf basierend kann eine praktische Anwendung (oder auch eine klare Entscheidung gegen KI) in konkreten Kontexten erfolgen.
 

Der KI-Campus als Partner für Stiftungen

Der KI-Campus bietet Stiftungen dafür einen verlässlichen Orientierungsrahmen. Seine offenen Lernangebote können von Stiftungen selbst genutzt werden, etwa zur eigenen Weiterbildung oder zur internen Auseinandersetzung mit dem Thema Künstliche Intelligenz.

Darüber hinaus haben Stiftungen die Möglichkeit, den KI-Campus gezielt zu fördern, beispielsweise durch die Unterstützung seiner Weiterentwicklung, die Ermöglichung regionaler Schwerpunkte oder durch thematische Kooperationen. Auf diese Weise leisten sie einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung von KI-Kompetenzen und zur menschenzentrierten Gestaltung des digitalen Wandels in Deutschland.

 

Praxis-Tipp: Ausgewählte KI-Kurse für den Einstieg

EINFÜHRUNG IN DIE KI
In diesem Einführungskurs von appliedAI werden die grundlegenden Funktionsweisen von KI und Maschinellem Lernen erklärt und deren gesellschaftliche Bedeutung eingeordnet. Chancen, Risiken und Fragen des verantwortungsvollen Umgangs stehen dabei im Mittelpunkt. 

EU AI ACT ESSENTIALS
Der Kurs vom appliedAI Institute for Europe und der Technischen Universität München vermittelt zentrale Begriffe, Anforderungen und Zielsetzungen des AI Act und zeigt anhand praxisnaher Beispiele, wie die KI-Verordnung angewendet wird. 

IBM-GRUNDLAGEN DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ
Die Grundlagenreihe von IBM SkillsBuild bietet einen kompakten Einstieg in zentrale Konzepte, Technologien und Anwendungsfelder der KI – mit einer Lerndauer von nur rund zwei Stunden pro Kurs. Nach Abschluss aller sechs Kurse erhalten Lernende ein Micro-Degree von IBM und dem KI-Campus.

KIÖV – KI IN ÖFFENTLICHEN VERWALTUNGEN
Dieser Kurs zeigt, wie KI gezielt zur Modernisierung staatlicher Prozesse beitragen kann. Die Universität zu Lübeck und die MACH AG vermitteln anhand konkreter Anwendungsbeispiele, was beim Einsatz von KI im öffentlichen Sektor zu beachten ist. Viele öffentliche Einrichtungen nutzen den Kurs bereits zur strategischen Kompetenzentwicklung.

KI-Campus (Laptop mit Website)



Das Framework "Future Skills 2030"

 
Das aktualisierte Future-Skills-Framework des Stifterverbandes umfasst 30 zentrale Zukunftskompetenzen für die nächsten fünf Jahre. Es wurde in einem umfassenden Prozess erarbeitet und bündelt Perspektiven aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Die besondere Bedeutung von KI-Kompetenzen wird sowohl als AI Literacy für die Breite als auch als KI-Fachexpertise für die Spitze hervorgehoben.

Details auf der Website des Stifterverbandes

Future

 
 
KURZ & KNAPP

KI-Kompetenzen sind eine zentrale Voraussetzung, um die Potenziale Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll zu nutzen. Der KI-Campus des Stifterverbandes bündelt dafür kostenlose, offene Lernangebote und macht sie für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich.

Kooperation, Offenheit und Qualität prägen den Ansatz des KI-Campus. Regionale Hubs verstärken die Wirkung der digitalen Lernangebote durch lokale Vernetzung. Stiftungen können diese Entwicklung unterstützen und so zur nachhaltigen Stärkung von KI-Kompetenzen in Bildung und Gesellschaft beitragen.

 

DIE AUTOREN DES BEITRAGS

  • Florian Rampelt leitet im Stifterverband den Programmbereich "Future Skills & KI" und ist Geschäftsstellenleiter des KI-Campus.
  • Lucas Laux verantwortet im Stifterverband die Öffentlichkeitsarbeit des Programmbereichs "Future Skills & KI" und des KI-Campus.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Fachmagazin Stiftung&Sponsoring, Ausgabe 1/2026.

 

 
Als führende Grantmaking-Zeitschrift im deutschsprachigen Raum widmet sich Stiftung&Sponsoring dem gesellschaftlich wichtigen Feld gemeinnütziger Aktivitäten aus der Sicht der Stifter, Spender und Sponsoren, der Macher und Mitarbeiter: Mit viel Praxisorientierung und hoher fachlicher Kompetenz, national und international. Das Fachmagazin bietet Beiträge zu aktuellen Praxisthemen aus Stiftungsmanagement, Stiftungsrecht und Steuerrecht, Fördertätigkeit und Vermögensverwaltung, Marketing und Kommunikation, außerdem Interviews mit bekannten Persönlichkeiten, Branchennews und Rezensionen. Spezialdossiers zu aktuellen Themen sind in der regelmäßigen Fachbeilage "Rote Seiten" zu finden.

Stiftung&Sponsoring

Stiftung&Sponsoring jetzt gratis testen
Sie möchten Stiftung&Sponsoring kennenlernen?
Dann nutzen Sie das kostenlose und unverbindliche Testangebot.

Hier gratis testen