Deutschland und USA: Unterschiedliche Wachstumsperspektiven
In Deutschland folgte auf ein überraschend starkes erstes Halbjahr ein schwächerer Start ins dritte Quartal, da neben dem Nahost-Konflikt auch der Hitzesommer und der niedrige Rheinpegel die Wirtschaftsaktivität bremsten. Gestützt wird die Konjunktur von kräftigen Exportzuwächsen, dem ausgeweiteten Staatskonsum und steigenden Auslandsaufträgen der Industrie. Für 2026 wird ein kalenderbereinigtes Wachstum von gut 0,9 Prozent erwartet, die Inflationsrate stieg im August auf 2,9 Prozent. Die US-Wirtschaft zeigt sich dank robuster Konsum- und Investitionstätigkeit sowie eines soliden Arbeitsmarkts weiterhin stabil; die Wachstumsprognose liegt bei rund 2 Prozent. Rekordhohe Treibstoff- und Energiepreise hielten die Teuerung jedoch hoch: Im August stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, die Jahresrate betrug 3,4 Prozent.
Notenbankpolitik: EZB erhöht die Leitzinsen
Die Europäische Zentralbank reagierte am 10. September 2026 auf den anhaltenden Preisdruck und hob alle drei Leitzinssätze um jeweils 25 Basispunkte an, womit der Einlagensatz auf 2,50 Prozent stieg. Die Wachstumserwartungen für 2026 wurden auf 0,9 Prozent und für 2027 auf 1,4 Prozent angehoben, die Inflationsprojektion für 2026 liegt bei 3,0 Prozent. Da zugleich Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum bestehen, bleibt die Balance zwischen Preisstabilität und wirtschaftlicher Entwicklung die zentrale Herausforderung der kommenden Monate.