Stiftung zur Förderung begabter Studierender der Ingenieurwissenschaften und der ihnen nahestehenden Naturwissenschaften
1964 als erste Treuhandstiftung unter dem Dach des Stifterverbandes errichtet durch Prof. Dr.-Ing. Erich Müller.
Zweck der Stiftung ist die Förderung der Ausbildung in den Ingenieurwissenschaften an deutschen Universitäten.
Es werden Stipendien für Studierende der Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik an (Technischen) Universitäten vergeben. Stipendien für andere Fachgebiete kommen nur in Betracht, wenn z.B. durch das Thema der Masterarbeit ein direkter praktischer Bezug zu den vorgenannten Ingenieurwissenschaften besteht. Der Bachelor oder das Vordiplom müssen mit Note 2,5 und besser abgeschlossen sein.
Die Stipendien sind mit 600 Euro monatlich dotiert und sollen vorzugsweise dazu dienen, über den Zeitraum von sechs Monaten (oder der nachgewiesenen Bearbeitungsdauer) eine Master Thesis oder Diplomarbeit bzw. Studienarbeit im Ausland anzufertigen.
Die Ausschreibung und den Link zum Bewerberportal finden Sie weiter unten im Download-Bereich.
Bewerbungen sind bitte bis zum 15. Februar 2026 ausschließlich online über das Bewerberportal einzureichen.
Bei Fragen melden Sie sich gerne per E-Mail bei
Frau Julia Lasik
julia.lasik@stifterverband.de
Prof. Dr.-Ing. Erich Müller-Stiftung
c/o Deutsches Stiftungszentrum GmbH
Baedekerstraße 1
45128 Essen
Erich Müller (1892-1963) war ein deutscher Ingenieur, Waffentechniker und Vorstandsmitglied der Friedrich Krupp AG. Nach dem Schulbesuch absolvierte Müller ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule Berlin und schloss 1922 mit dem Diplom ab. Anschließend promovierte er 1931 zum Dr.-Ing. Ab 1935 war Müller bei der Krupp-AG tätig und übernahm 1936 die Leitung der Artillerie-Entwicklungsabteilung. Später wurde er stellvertretender Direktor und ab 1941 Mitglied des Vorstands. Unter seiner technischen Leitung entstanden zahlreiche Artillerie-Entwicklungen, darunter Großgeschütze für die Wehrmacht. 1943 wurde ihm der Titel "Wehrwirtschaftsführer" verliehen.
Müller trat am 1. Mai 1933 der NSDAP bei und war kurze Zeit in der SA. In seiner Funktion als führender Rüstungstechniker und Mitglied wichtiger Ausschüsse der Kriegs- und Rüstungswirtschaft war er in die nationalsozialistischen Kriegs- und Produktionsstrukturen eingebunden. So leitete er unter anderem den Waffenausschuss im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition unter Fritz Todt und später unter Albert Speer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Müller im Krupp-Prozess in Nürnberg wegen Beteiligung an der Plünderung in den besetzten Gebieten und der Ausbeutung von Zwangsarbeitern verurteilt. Er erhielt eine zwölfjährige Haftstrafe, wurde aber bereits 1952 aus der Haft entlassen.
Erich Müller starb 1963. Per Testamentsverfügung wurde 1964 die Prof. Dr.-Ing. Erich Müller-Stiftung zur Förderung der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung an deutschen Universitäten als Treuhandstiftung im Stifterverband gegründet.
Weiterführende Informationen:
● Harold James: Krupp: Deutsche Legende und globales Unternehmen (2011)
● Lothar Gall (Hrsg.): Krupp im 20. Jahrhundert (Siedler Verlag, 2002)
● Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
● Nuremberg Trials Project (Harvard Law School): Vollständige Transkripte und
Beweisdokumente des Falls "United States v. Alfried Krupp et al."