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Grubenwasseranstieg: Kommunikation spielt entscheidende Rolle

14.02.2019

Beim Thema Grubenwasseranstieg fühlen sich viele Beteiligte und Betroffene nicht richtig mitgenommen. Daher sollte die Thematik insgesamt verständlicher vermittelt werden. Das ist ein wichtiges Ergebnis der Dialogveranstaltung "Grubenwasser: Nachhaltige Lösungen entwickeln" der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser". Diese fand am 7. Februar 2019 in der Kongresshalle in Saarbrücken mit rund 80 Teilnehmenden statt.

Landtagsabgeordnete, Bürgermeister, Experten aus Wissenschaft, Verwaltung, Unternehmen und Bürgerinitiativen waren vor Ort. Der faire und wertschätzende Austausch in den themenbezogenen Diskussionsrunden stellte unterschiedliche Standpunkte heraus, führte aber auch zu einer besseren Faktengrundlage aller Teilnehmenden. Es wurde deutlich: Die Wissenschaft ist beim Thema Grubenwasseranstieg noch nicht am Ende – sie kann weitere Erkenntnisse für die Praxis bieten.

Dr. Wilhelm Struckmeier, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, lud in seinem Grußwort die rund 80 Teilnehmenden zum freimütigen Austausch zum Thema Grubenwasseranstieg ein. "Wir möchten mit Ihnen Argumente und Kommentare, Kritik und Anregungen aufnehmen und diskutieren." Ziel der Dialogveranstaltung sei es zudem, so Struckmeier, neue Aspekte für laufende beziehungsweise in Kürze beginnende Forschungsarbeiten zu erhalten. Es gehe nicht darum, das laufende Genehmigungsverfahren zu kommentieren, sondern über das Thema Grubenwasseranstieg zu informieren, Austausch zu ermöglichen und unterschiedliche Standpunkte zu verstehen.

Umweltminister Jost begrüßt dialogorientierten Ansatz der Fachtagung
Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost würdigte dies in seiner Rede ausdrücklich. Es sei wichtig, dass die Fachveranstaltung dialogorientiert ausgestaltet sei und man in einem offenen Dialog mit allen Beteiligten die Thematik Grubenwasseranstieg diskutiere. Denn dieser offene Austausch mit möglicherweise neuen Erkenntnissen oder Forschungsansätzen könne helfen, im laufenden Genehmigungsverfahren zum Grubenwasseranstieg die Anträge faktenorientiert zu bearbeiten, so der Minister. Denn die Behörden, so Jost weiter, müssten in diesem rechtsstaatlichen Verfahren sachlich und neutral die Interessenlagen aller Beteiligten abwägen: besorgter Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Antragsteller. Daher sei er über die von der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser" angestoßene Dialogveranstaltung im Saarland sowie die weitere Diskussion dazu sehr froh.

Die Stiftung "Forum Bergbau und Wasser" hatte für die Veranstaltung gemeinsam mit dem Moderator Klaus Kuntz, kompass 21, ein innovatives Dialogformat konzipiert. Dabei diskutierten alle Beteiligten in fünf Kleingruppen unter Leitung je einer Kuratorin bzw. eines Kurators der Stiftung jeweils rund 20 Minuten wichtige Themen des Grubenwasseranstiegs. Danach wechselten die Gruppen die Themenstationen, so dass sich alle Teilnehmenden zu den Themen Grundlagen, Erfahrungen, Chancen, Risiken und Erwartungen ausgiebig informieren konnten. Ein mutiges Format, das belegte, wie wichtig der intensive fachliche und persönliche Austausch über diese Thematik ist.

Durch Kommunikation mehr Vertrauen schaffen
Die anschließende Präsentation der Diskussionsergebnisse durch die Themen-Paten machte klar: Kommunikation ist ein entscheidender Faktor, damit sachlich über das Thema Grubenwasseranstieg diskutiert werden kann. Einige Teilnehmende regten an, dass wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Gutachten künftig allgemeinverständlich übersetzt werden sollten. Zudem sei aufgrund internationaler Erfahrungen ein systematisches Monitoring, also das Beobachten und die Überwachung der Prozesse beim Grubenwasseranstieg, als Frühwarnsystem unerlässlich. Neben dem Zeitdruck bei der Entscheidung für einen Prozess, der generationenübergreifend wirke, sahen einige Teilnehmende weitere Risiken in den noch nicht geklärten Auswirkungen eines Grubenwasseranstiegs auf die Trinkwasserqualität und die Fließgewässer sowie Hebungen und Senkungen der Erdoberfläche. Im Gegensatz dazu sahen andere Chancen beim Grubenwasseranstieg für Bürger, Kommunen sowie die Gesellschaft gegenüber dem Status quo – dieser mögliche Mehrwert müsse klarer herausgestellt werden.

Dialog geht weiter
Der kompetente Austausch und die faire Diskussion während der Veranstaltung zeigten: Offener Dialog und die Bereitschaft, unterschiedliche Standpunkte anzuhören und darüber zu diskutieren, können bei diesem emotional besetzten Thema helfen, Lösungen zu entwickeln. Das bestärkt die Mitglieder der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser" darin, weitere Dialogveran-staltungen durchzuführen. Eine aufbereitete Dokumentation der Veranstaltung in Saarbrücken mit Empfehlungen zum weiteren Vorgehen wird in Kürze auf der Website der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser" eingestellt werden. Zudem möchte die Stiftung wie geplant transparent über die Fortschritte ihrer Forschungsaktivitäten informieren und sucht weiterhin den Austausch mit Experten, will aber künftig auch Bürger verstärkt darin einbeziehen.

Über die Stiftung "Forum Bergbau und Wasser"

Zweck der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser" ist es, Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Hydrogeologie zu fördern. Besonders berücksichtigt werden sollen dabei die Chancen und Risiken eines Grubenwasseranstiegs nach Einstellung des Steinkohlenbergbaus sowie deren ökologische und ökonomische Konsequenzen. Entscheidungsgremium der Stiftung ist ein Kuratorium mit sechs anerkannten wissenschaftlichen Experten auf dem Gebiet der Hydrogeologie sowie einem Vertreter des Stifterverbands: Dr. Wilhelm Struckmeier, Dir. und Prof. a.D., Prof. Dr. Christian Melchers (Technische Hochschule Georg Agricola, Bochum), Prof. Dr. Sylke Hilberg (Universität Salzburg), Prof. Dr. Maria-Theresia Schafmeister (Universität Greifswald), Prof. Dr. Georg H. E. Wieber (Universität Mainz), Prof. Dr. Christian Wolkersdorfer (Tshwane Universität of Technology, Südafrika) und Rainer Lüdtke (Stifterverband).
Website der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser"

Pressekontakt

Lara Vanessa Straatmann

ist Stiftungsmanagerin im Team "Wissenschaft und Umwelt" im Deutschen Stiftungszentrum.

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