Ein Tochterunternehmen des Stifterverbandes Alle Seiten

Ein Tochterunternehmen des Stifterverbandes

Navigation schliessen
Alt text

Chips für die Kommunikationstechnik der Zukunft

12.11.2014

Prof. Dr. Frank Ellinger erhält den Forschungspreis Technische Kommunikation der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung.

Prof. Dr. Frank Ellinger erhält den mit 20.000 Euro dotierten Forschungspreis Technische Kommunikation der Alcatel-Lucent Stiftung. Der Elektrotechniker und Betriebswirtschaftler arbeitet mit seinem Team seit Jahren überaus erfolgreich an der Forschung integrierter Schaltungen für die Kommunikationstechnik der Zukunft. Frank Ellinger leitet die Professur für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der Technischen Universität Dresden (TU Dresden).

Die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung begründet die Vergabe des Preises an Frank Ellinger mit seiner hohen wissenschaftlichen Exzellenz und der gleichzeitig umfassenden Anwendungsrelevanz seiner Arbeiten, die unmittelbar am Fokus der Stiftungsausrichtung, nämlich dem besseren Zusammenwirken der Technik mit dem Menschen, ansetzen. Er wird für seine Forschung, die der nachhaltigen Technologieentwicklung mit deutlicher Reduktion des CO2-Ausstoßes dient, ausgezeichnet.

Das Kuratorium der Alcatel-Lucent Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zeichnet seit 1980 jährlich herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, deren Forschungsarbeit einen wichtigen Beitrag zum Thema "Mensch und Technik in Kommunikationssystemen" darstellt.

Pionierarbeit auf dem Gebiet der Schaltungstechnik

Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ist zentraler Bestandteil unseres alltäglichen Lebens. Integrierte Schaltungen (Chips) sind dabei essenziell, denn sie werden in all den Geräten eingesetzt, die Daten übertragen: Sie stecken zum Beispiel in Smartphones, Laptops und Tablet-PCs. Frank Ellinger hat wissenschaftliche Pionierleistung erbracht, indem er diese Chips schneller, preiswerter, flexibler und ressourcenschonender gestaltete.

Da wir die IKT mittlerweile so vielfältig und breit nutzen, ist auch deren Energieverbrauch – und somit der CO2-Ausstoß – stark gestiegen. Frank Ellinger arbeitet seit Jahren daran, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, und hat sich im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte der adaptiven Schaltungstechnik gewidmet. Das Problem dabei: Chips wurden bisher vorwiegend auf maximale Performanz optimiert, die jedoch oft nur für eine kurze Zeit benötigt wird. Chips können sich bisher kaum an den aktuellen Bedarf des Nutzers bzw. die aktuellen Anforderungen des Netzes anpassen. Deswegen ist der Energieverbrauch von Chips gleichbleibend hoch. Frank Ellinger hat diesbezüglich zusammen mit seinem Team Konzepte entwickelt, die es ermöglichen, dass ein Chip nur so viel Leistung verbraucht wie gerade Performanz benötigt wird. Somit kann der Energieverbrauch der Chips drastisch reduziert werden. Frank Ellinger und sein Team haben dazu bereits ein Patent angemeldet. Falls dieses Konzept weltweit konsequent umgesetzt werden würde, könnten zahlreiche (Atom-) Kraftwerke überflüssig werden.

Zu Frank Ellingers Forschungserfolgen zählt ebenso die Kostenreduktion bei der Chipherstellung. Für diese Zielstellung hat er vertikale integrierte Induktivitäten (Spulen) entwickelt. Spulen sind maßgeblich für die Chipfläche. Dabei gilt: Je kleiner, desto besser, weil die Kosten bei der Chipproduktion vor allem von der Fläche abhängig sind. Die Chipfläche ist deswegen von zentraler Bedeutung für chipherstellende Unternehmen, um konkurrenzfähig zu sein.

Frank Ellinger ist zudem einer der internationalen Wegbereiter der sehr schnellen Schaltungstechnik. Er hat bereits vor über zehn Jahren CMOS Chips entwickelt, die bis 100 GHz funktionieren. Zum Vergleich: Aktuelle Systeme haben eine Bandbreite von unter 100 MHz. Sein Forschungsteam stellt immer wieder Weltrekorde auf: Die Forscher haben 200-GHz-Schaltungen entworfen, die nur unwesentlich mehr Leistung als herkömmliche Schaltungen bei 2 GHz benötigen, aber etwa die hundertfache Bandbreite bieten. Das Ergebnis ist eine vielfach schnellere Datenübertragung. 
 

Pressekontakt

Anke Meis

ist Leiterin des Bereiches "Kommunikation & Marketing" im Deutschen Stiftungszentrum.

T 0201 8401-204
F 0201 8401-255

E-Mail senden