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Thomas Gessmann-Preise
für zwei KIT-Absolventen
Zwei KIT-Promovierte für Mechatronik-Dissertationen
ausgezeichnet
21. Juni 2010
Ganz nahe am Menschen sind die beiden
am Karlsruher Institut für Technologie
(KIT) promovierten Träger des Thomas
Gessmann-Preises Mechatronik 2009,
Luciana Jatobá Großmann und Mark
Bergemann, mit ihren prämierten,
die Erkenntnisse aus Maschinenbau,
Elektrotechnik und Informationstechnik
zusammenführenden Dissertationen –
und damit auch "ganz im Geiste des
KIT forschend", wie Professor Detlef
Löhe, KIT-Vizepräsident für Forschung
und Information, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung der mit insge-
samt 20.000 Euro dotierten Auszeichnung im Senatssaal des KIT am 17. Juni
2010 bekräftigte.
Preisträgerin Dr. Luciana Jatobá Großmann:
Ein System über und für Vitalität
Für die mit Urkunde und 10.000 Euro bedachte Preisträgerin Dr. Luciana Jatobá
Großmann, Ingenieurin der Elektrotechnik und Informationstechnik, war es ein
weiter und engagierter Weg ans Karlsruher Institut für Technologie: 1978 im
brasilianischen Recife geboren, machte sie ihren ersten Bachelor-Abschluss
in Elektrotechnik an der Universidade Federal de Pernambuco, nicht ohne als
DAAD-Austauschstudentin ein Jahr an die TU Hamburg-Harburg zu wechseln,
"um die Nähe zur Forschung an einer deutschen Universität zu suchen".
Das im Oktober 2001 begonnene und in rasantem Tempo abgelegte Studium
für den Master of Science in Information and Communication Engineering am
Karlsruher International Department ergänzte sie durch eine hilfswissenschaft-
liche Tätigkeit am KIT-Institut für Technik der Informationsverarbeitung unter
Professor Klaus Müller-Glaser, die ihr die Türen für ihre dort mit Auszeichnung
abgelegte Dissertation "Assessment of Human Physical Activity using Mobile
Sensors" aus dem Jahr 2009 öffnete.
In ihrer ausgezeichneten Doktorarbeit entwickelte Jatobà Großmann ein mobiles
Monotoringsystem, das mittels am Körper befestigter Sensoren physiologische
Parameter liefert, die Aussagen über den Aktivitätszustand des Trägers bzw.
Patienten erlauben. Diese Daten können mit anderen Vital-Daten wie Puls oder
Blutdruck in Korrelation gesetzt werden und ermöglichen so eine bessere Diagnose.
So kann zum Beispiel gerade bei Herz-Kreislaufpatienten besser festgestellt
werden, ob ein kritischer Moment erreicht ist oder lediglich eine fordernde
körperliche Tätigkeit wie Treppensteigen absolviert wird. Das mobile Sensor-
system ist somit im Bereich "Personal Health Monitoring" einsetzbar und hilft
dem Anwender beim Management seiner mentalen und körperlichen Vitalität.
Großmanns Innovation inspirierte auch ein KIT-Spin-Off: die mit EXIST-Mitteln
geförderte Movisens GmbH und ihr StressGuard-Produkt.
Preisträger Dr. Mark Bergemann:
Für ein Leben ohne Brille
Der zweite Preisträger, der 1977 in Göppingen geborene Dr. Mark Bergemann,
studierte von 1997 bis 2002 Maschinenbau an der Universität Karlsruhe – nicht
ohne für exzellente Studienleistungen mit Preisen und Auszeichnungen belohnt
zu werden. Nach einem Master of Business Administration am Collège des Ingé-
nieurs in Paris kam er 2004 als Doktorand ans Institut für Angewandte Informatik/
Automatisierungstechnik (IAI) im damaligen Forschungszentrum Karlsruhe, wo
ihm sein Doktorvater Professor Georg Bretthauer "echte Pionierarbeit" in Aussicht
stellte. Die Vision des in Zusammenarbeit mit der Uniklinik in Rostock 2004 ge-
starteten Forschungsprojektes: ein Leben ohne Brille – auch für Menschen mit
Altersweitsichtigkeit und Grünem Star.
Bergemann testete in seiner ebenfalls mit 10.000 Euro ausgezeichneten Disser-
tation verschiedene Lösungsmöglichkeiten und befand ein mechatronisches
System zur Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit des menschlichen
Auges als die beste Lösung. Die im Alter sinkende Anpassungsfähigkeit soll
dabei durch ein in den Kapselsack des Auges implantiertes, mechatronisches
System mit vier Millimeter Breite wieder hergestellt werden. Bergemanns
Forschungsergebnisse sollen wesentlich dazu beitragen, dass das IAI 2014
ein für die Produktion ausgereiftes Implantat vorstellen kann.
Preisverleihung: Erich Steinsdörfer, Vorstandsmitglied der Gessmann-Stiftung
und Geschäftsführer des Deutschen Stiftungszentrums Essen, Doktorvater
Professor Georg Bretthauer, Preisträger Mark Bergemann, der Vorsitzende
der Thomas Gessmann-Stiftung Gerhard Häußermann, Preisträgerin Luciana
Jatobá Großmann, ihr Doktorvater Professor Klaus Müller-Glaser (v. li.)
Der Preis und die Stiftung
Die Preisübergabe übernahm der Vorsitzende der Thomas Gessmann-Stiftung,
Gerhard Häußermann, der zudem den Stiftungsgeber Gessmann, einen außer-
gewöhnlichen Self-Made-Mann und "begnadeten Kaufmann", der 1946 mit der
Herstellung von Hosenknöpfen aus Produktionsabfällen begann und durch
mehrere kunstoffverarbeitende Betriebe vermögend wurde, vorstellte.
Angereist war – auch für ein Grußwort – Erich Steinsdörfer, Vorstandsmitglied
der Gessmann-Stiftung und Geschäftsführer des Deutschen Stiftungszentrums
in Essen, das die 1998 errichtete, unter dem Dach des Stifterverbandes für die
Deutsche Wissenschaft Stiftung verankerte Thomas Gessmann-Stiftung betreut.
Die mit einem Stiftungsvermögen von rund 17 Millionen Euro und einem Förder-
volumen von 350.000 Euro ausgestattete Thomas-Gessmann-Stiftung fördert
begabte Studierende an Hochschulen des Landes Baden-Württemberg in tech-
nischen und naturwissenschaftlichen Fächern durch die Vergabe von Stipendien
und die Gewährung von Beihilfen - zum Beispiel für die Anschaffung fachwissen-
schaftlicher Literatur - sowie Studierende oder Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftler in Baden-Württemberg durch die Vergabe von Preisen.
Die im Juli 2009 durch die KIT-Forschungsförderung erfolgte Ausschreibung des
Thomas Gessmann-Preises richtete sich ausschließlich an KIT-Nachwuchswissen-
schaftler mit ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten, die einen hohen Praxisbezug
vorweisen.
Fotos: KIT/Sandra Göttisheim
Pressekontakt
Ansprechpartnerin beim KIT:
Ria Amann
Karlsruher Institut für Technologie
Forschungsförderung (FOR)
T: (0721) 608-8416
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Pressefotos
Verwendung in Zusammenhang
mit dem Thomas Gessmann-
Preis (Bildnachweis: KIT/
Sandra Göttisheim)