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Jens Mittelsten Scheid
erhält den Stifterpreis 2010
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen ehrt den Unternehmer und
Stifter Jens Mittelsten Scheid für sein vorbildliches Engagement und zeich-
net ihn mit dem Deutschen Stifterpreis 2010 aus. Das DSZ – Deutsches
Stiftungszentrum schließt sich den zahlreichen Glückwünschen an.
In der Begründung der Jury heißt es: "Jens Mittelsten Scheid zeigt durch seine
Projekte beispielhaft, wie Stiftungen gesellschaftliche Verantwortung überneh-
men. In einer sich zunehmend individualisierenden Gesellschaft entwirft er
praktische Konzepte, die den Menschen Teilhabe- und Gestaltungsmöglich-
keiten bieten."
Der Preis ist im Rahmen eines Festaktes anlässlich des Deutschen Stiftungs-
tages am Morgen des 7. Mai 2010 in der Alten Oper in Frankfurt am Main
verliehen worden. Die Laudatio hielt Heribert Prantl, Leiter des Ressorts
Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung.
Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis
Jens Mittelsten Scheids besonderes Anliegen ist, subsistenzförmige Hand-
lungsräume zu erhalten, sichtbar zu machen und weiter auszubauen, so
dass Menschen nicht allein auf Konsum verwiesen sind, sondern ihre Ange-
legenheiten in die eigene Hand nehmen können. Zu diesem Zweck gründete
Jens Mittelsten Scheid im Jahre 1982 die gemeinnützige Forschungsgesell-
schaft anstiftung, die er später mit der ERTOMIS Stiftung (1973 von seinen
Eltern gegründet), zur Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis fusionierte.
Im Jahre 2003 gründete er die Stiftung Interkultur. Beide Stiftungen zeichnen
sich durch ihren ressourcenorientierten Ansatz aus. Ihre Förderprojekte –
Interkulturelle Gärten, Offene Werkstätten und Stadtteil- und Nachbarschafts-
zentren (wie das Haus der Eigenarbeit in München und das Kempodium in
Kempten) – bringen Menschen aus verschiedensten Milieus und Herkunfts-
ländern zusammen, sie regen zu Eigenarbeit und Eigeninitiative an und
stärken Autonomie und Eigenmacht.
Jens Mittelsten Scheid hat nicht nur seine visionären Ideen in reale Projekte
umgesetzt, sondern die Idee der Nachhaltigkeit in konkrete Handlungsfelder
übersetzt und mit Leben gefüllt. "Wer einmal erfahren hat", so der Stifter,
"wie gelungene Eigenarbeit Menschen begeistert, stolz macht und stärkt,
der begreift, Selbermachen immunisiert gegen überflüssigen Konsum und
legt die Grundlagen für ein neues Verständnis von Wohlstand auch im Alltag."