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Gielen-Leyendecker-Stiftung unterstützt Ankauf der weltberühmten Diabelli-Variationen

Das Bonner Beethoven-Haus erwirbt  für seine Sammlung die Originalhandschrift der Diabelli-Variationen von Beethoven.


Beinahe drei Jahre ist es her, seit sich das Beethoven-Haus im April 2007 mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit wandte und um Unterstützung für das größte Neuerwerbungsprojekt in seiner 120jährigen Geschicht warb. „Habemus Manuscriptum!“ - mit diesem Ausruf der Erleichterung und Freude verkündet nun das Beethoven-Haus den Erwerb der Originalhandschrift von Beethovens Diabelli-Variationen für Klavier op. 120. Dieses Werk gilt neben den Goldberg-Variationen von Johann Sebastian  Bach als wichtigster Variationenzyklus in der gesamten Musikgeschichte. 

Am 17. Dezember, dem Tauftag Beethovens, konnte das 81 Seiten umfassende, sehr gut erhaltene und überaus ausdrucksvoll geschriebene Manuskript in die Sammlung des Beethoven-Hauses übernommen werden. Es handelt sich bei dem Manuskript um eine der letzten großen Beethoven-Handschriften, die noch in Privatbesitz nachweisbar sind. Eine Neuerwerbung von dieser Größenordnung und Bedeutung wird es voraussichtlich nicht noch einmal geben. Ideell unterstützt wurde das Projekt von Bundespräsident Horst Köhler, der dem Festakt im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses beiwohnte. 

„Es war eine eindrucksvolle Gemeinschaftsleistung von öffentlichen Förderern, Großspendern wie Unternehmen, Stiftungen und Banken, Künstlern und über 3.000 Beethovenfreunden aus der ganzen Welt. Wir sind dankbar und glücklich, dass uns der Ankauf mit der Unterstützung dieser vielen Freunde und Förderer gelungen ist”, so Andreas Eckhardt, bis Juni 2009 Direktor des Beethoven-Hauses und „Motor” der großangelegten Aktion. Zu den Hauptförderern gehörten der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Bundesstadt Bonn, die Hans-Joachim Feiter-Stiftung, die Gielen-Leyendecker-Stiftung, der General-Anzeiger Bonn, die Sparkasse KölnBonn, die Deutsche Bank, die Voss Automotive GmbH, die IVG Immobilien AG und die Deutsche Telekom. Zahlreiche weitere Förderer und viele Benefizveranstaltungen von prominenten Künstlern wie Kurt Masur, Daniel Barenboim, Anne-Sophie Mutter, András Schiff oder Alfred Brendel sorgten schließlich für den erfolgreichen Abschluss des Neuerwerbungsprojektes. 

Das Manuskript wird nun erstmals öffentlich in einer Sonderausstellung im Beethoven-Haus gezeigt. Danach soll ein hochwertiger Faksimiledruck hergestellt werden. Auch eine Veröffentlichung in digitaler Form im Internet, im Digitalen Archiv des Beethoven-Hauses, ist geplant. Auf diese Weise erhalten Musiker, Wissenschaftler und Musikliebhaber auf der ganzen Welt Zugang zu der bisher nicht öffentlich zugänglichen Handschrift.

Die Gielen-Leyendecker-Stiftung wurde 1993 durch Anne-Liese Gielen aus Verbundenheit mit ihrer Vaterstadt Bonn errichtet, sie dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung, insbesondere in Bonn, sowie der Naturwissenschaften. Die Stiftung fördert u.a. das Kunsthistorische Institut der Universität Bonn, das Franz Joseph Dölger-Institut der Universität Bonn und das Beethoven-Haus in Bonn.

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