Wir gratulieren: Dorothee Wilms zum 80. Geburtstag

Dr. Dorothee Wilms, Bundesministerin a.D. feiert am 11.10.2009 ihren 80. Geburtstag. Das DSZ - Deutsche Stiftungszentrum gratuliert herzlich zu diesem Ehrentag.


Bewegtes Leben

Dr. Dorothee WilmsDas Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen existiert schon lange nicht mehr. Es ist aufgelöst und abgewickelt – als natürliche Folge der Wiedervereinigung, einem Stück deutscher Geschichte, das es mitgestaltet hat. Die letzte Leiterin dieses Ministeriums, Bundesministerin a.D. Dr. Dorothee Wilms, war aber nicht nur am Ende der Teilung Deutschlands Zeitzeugin. Das zeigen ihre Lebensdaten:

1929 im rheinischen Grevenbroich geboren, hat sie 1950 im Nachkriegsdeutschland Abitur gemacht und anschließend Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Soziologie in Köln studiert. Ab 1953 war Dorothee Wilms über 20 Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin für Frauen- und Jugendfragen und Berufsbildung beim Institut der Deutschen Wirtschaft, ebenfalls in Köln; zuletzt als Mitglied der Geschäftsführung. 1961 in die CDU eingetreten, begann sie ihre politische Karriere 1967 als Mitglied des Rates ihrer Heimatstadt. Bereits 1974 war Frau Wilms stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der CDU, ab 1976 Mitglied des Bundestages, von 1982 bis 1987 Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft und von 1987 bis 1991 Bundesministerin für innerdeutsche Beziehungen, eben die letzte ihrer Art. Bis 1994 war sie im Deutschen Bundestag aktiv.

Bewegter Ruhestand

Bis heute ist Dorothee Wilms als Zeitzeugin und Referentin aktiv und viel gefragt. Sie ist seit 1992 Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus; ein viertel Jahrhundert lang bis 2005 war sie Mitglied des Vorstandes der Konrad-Adenauer-Stiftung. Und im Mai 2001 unterzeichnete sie die Satzung der nach ihr benannten Stiftung, deren Programm- und Fördertätigkeit sie nach wie vor tatkräftig unterstützt.

Zwei sehr verschiedene Interessensschwerpunkte

Angesichts des im Lebenslauf sichtbaren bildungspolitischen Interesses verwundert nicht, dass Frau Wilms ihre Stiftung den Geisteswissenschaften sowie Kunst- und Kulturwissenschaften gewidmet hat. Da diese in der monetären Förderung oft zu kurz kommen, vergibt die Dorothee Wilms-Stiftung Stipendien und Druckkostenzuschüsse, finanziert Studienaufenthalte oder entsprechende Projekte.

Nicht zuletzt aufgrund ihres Amtes als Bundesministerin für innerdeutsche Beziehungen tat sich für die gebürtige und leidenschaftliche Rheinländerin ein weiteres Interessenfeld auf: Die wechselvolle Beziehung zwischen Deutschland und den Staaten Mittelosteuropas. „Das hat mich bis heute geprägt“, sagt sie.

Dorothee Wilms -Stiftung – Zwischen Deutschland und Mittelosteuropa

Die Stiftung vereint inzwischen in ihrer Arbeit beide genannten Interessensschwerpunkte der Stifterin – die Förderbeispiele sind vielfältig und reichen von Kurzzeitpromotionsstipendien über ein Handbuch zur deutschen Literatur im östlichen Europa (Baltikum) bis hin Tagungen der Europäischen Akademie, Külz-Kulice in Polen zu Fragen der polnisch-deutschen Kulturbeziehungen.

Ein weiteres Beispiel sind Aufenthalte für tschechische Buchhistorikerinnen und -historiker an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, die über fundierte Expertisen in der Erhaltung bedeutender Adelsbibliotheken verfügt.

Im September 2008 wurde hier die Tagung „Sammeln, Lesen, Übersetzen. Die böhmische Bibliothek der Fürsten Eggenberg im Kontext ihrer Zeit“ gefördert. So kombiniert die Stiftung die Förderung des (geistes-) wissenschaftlichen Nachwuchses, insbesondere von Frauen, und der Forschung mit Aspekten der Versöhnung und der Völkerverständigung. Über die Stiftung hat Frau Wilms Möglichkeiten der unmittelbaren Begegnung geschaffen und lässt uns mehr mit lässt uns mehr über mittelosteuropäische Nachbarn erfahren.

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