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Exzellenz in der medizinischen Forschung fördern
Seit zwei Jahren unterstützt die 1980 eingerichtete Ernest-
Solvay-Stiftung zusätzlich auch innovative Forschungsprojekte
auf den Gebieten der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) und
der vaskulären Protektion und Regeneration.
Für den Ausschreibungszeitraum 2009 hat das Fachkuratorium der Stiftung vier junge Wissenschaftler ausgewählt, deren Arbeit mit jeweils 10.000 Euro gefördert wird.
Um eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen, erhält Dr. med. Jörn Tongers einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro. Der 38-jährige Mediziner ist zurzeit als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in der Abteilung für Kardiologie und Angiologie beschäftigt. Nach einem zweieinhalbjährigen Forschungsaufenthalt am Feinberg Cardiovascular Research Institute der Northwestern Universitiy in Chicago, USA, plant Tongers, eine eigene Arbeitsgruppe an der MHH zu etablieren. Ziel seiner Arbeit ist es, Bionanomaterialien zu entwickeln, die auf vielfältige Weise die vaskuläre Regeneration von ischämischen Gewebe unterstützen.
Auf zirkulierende Zellen, insbesondere Monozyten, die sowohl für regenerative Prozesse wie dem Kollateralarterienwachstum als auch bei der Atherosklerose eine bedeutende Rolle spielen, hat sich Dr. med. Stephan Schirmer vom Universitätsklinikum des Saarlandes spezialisiert. Im Rahmen seines Forschungsprojektes untersucht Schirmer die Hypothese, dass zirkulierende Monozyten von Patienten mit koronarer Herzkrankheit nach Triglyzeridbelastung eine gesteigerte Expression inflammatorischer Gen- und Proteinexpression zeigen. Bereits während seiner Post-doc-Tätigkeit an der Universität Amsterdam, Klinik für Kardiologie, hat sich Schirmer intensiv mit der Funktion von Monozyten in der vaskulären Pathophysiologie beschäftigt. Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe am Uniklinikum Homburg/Saar, in der Schirmer tätig ist, ist die Untersuchung der vaskulären Biologie in Abhängigkeit von Lebensstil, körperlicher Aktivität, Herzfrequenz und Progenitorzellfunktion. Mit der Anschubfinanzierung durch die Ernest-Solvay-Stiftung will Schirmers Forschungsgruppe die Funktion der Monozyten weiter ausarbeiten.
„Die funktionelle Rolle des Chemokinrezeptors CXCR1 bei der Cystischen Fibrose“ ist das Thema, das Dr. med. Dominik Hartl in seinem Forschungsprojekt an der Haunerschen Kinderklinik, LMU München, behandelt. CF-Lungenerkrankungen sind durch chronisch-neutrophile Entzündungsreaktionen gekennzeichnet. Die Atemwege von CF-Patienten zeigen dabei eine hohe Anzahl von neutrophilen Granulozyten, die für die antibakterielle Immunabwehr wichtig sind. Andererseits schadet eine überschießende Ansammlung dem Lungengewebe durch die Freisetzung von Proteasen, die für das pulmonale Abwehrsystem wichtige Chemokinrezeptoren abbauen können. Seit seiner Promotion im Jahre 2003 arbeitet Hartl kontinuierlich auf dem Gebiet der Chemokinrezeptoren und der CF-Lungenerkrankung. Das von der Ernest-Solvay-Stiftung geförderte Projekt soll Informationen zur Modulation der spezifischen Rezeptoren liefern und damit die Grundlage für weitere Therapieansätze bei CF schaffen.
Im Rahmen eines Promotionstipendiumsunterstützt die Ernest-Solvay-Stiftung Felix Jehle vom Universitätsklinikum Freiburg. Als medizinischer Doktorand untersucht der 23-jährige Nachwuchsmediziner „die Rolle von CD40L im Fettgewebe“ und die „Implikationen für das metabolische Syndrom und die Atherosklerose“. Die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Andreas Zirlik zeigen, dass CD40L nicht nur direkt im Plaque, sondern auch systemisch im Fettgewebe Entzündungsprozesse initiiert. Weiterhin legen die bislang gewonnenen Erkenntnisse den Schluss nahe, dass auch die Bildung von Fettgewebe selbst CD40L-abhängig reguliert wird und dass sie ein wichtiges Bindeglied zwischen Adipositas, dem metabolischen Syndrom und der Atherosklerose darstellen. Um die Rolle von CD40L im Fettgewebe näher zu bestimmen, wird Jehle seine Arbeit in diesem Jahr am Baker Heart Institute in Melbourne, Australien, unter der Leitung von Prof. Dr. Karlheinz Peter fortsetzen und insbesondere die Auswirkungen von CD40L auf die Genexpression, Fettverteilung, Glukosetoleranz und Insulinresistenz untersuchen.
Die 1980 gegründete Ernest-Solvay-Stiftung vergibt jedes Jahr Fördermittel bzw. Stipendien in Höhe von rund 100.000 Euro an junge Wissenschaftler. Die Stiftung geht auf den belgischen Industriellen Ernest Solvay (1838-1922) und Gründer des gleichnamigen Chemie- und Pharmaunternehmens Solvay zurück. Ziel der Stiftung ist es, herausragende Forschungsvorhaben junger Wissenschaftler und Mediziner zu ermöglichen. Auf dem Gebiet der Medizin und Pharmazie werden klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte, die sich für ein experimentelles oder klinisches Forschungsprojekt freistellen lassen, Nachwuchswissenschaftler, die nach einem Auslandsaufenthalt eine eigene Arbeitsgruppe an einer deutschen Hochschule aufbauen möchten sowie Studenten gefördert, die eine experimentelle Promotionsarbeit im In- und Ausland durchführen. Darüber hinaus wird im jährlichen Wechsel zwischen den Bereichen Bio- und Chemie-Ingenieurwesen sowie Medizin und Pharmazie der ab 2009 mit 20.000 Euro dotierte Ernest-Solvay-Preis an einen herausragenden Wissenschaftler verliehen.
Pressekontakt
Nicole Germeroth

Leiterin
Kommunikation &
Öffentlichkeitsarbeit
im DSZ – Deutsches
Stiftungszentrum
Tel.: (0201) 8401-204
Fax: (0201) 8401-255
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