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Kind-Philipp-Preise 2008 gehen nach Hannover, Heidelberg und Münster
Zum 30. Mal ist am 22. Mai 2009 der Kind-Philipp-Preis verliehen
worden, der Wissenschaftler führender Einrichtungen der
Kinderkrebsforschung auszeichnet.
22. Mai 2009
Die im Jubiläumsjahr drei jeweils mit 5.000 Euro dotierten Preise werden von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter.
Die Preisverleihung fand im Rahmen des Kind-Philipp-Symposiums der 73. wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (GPOH) am 22. Mai 2009 in der Charité Berlin statt.
Die Kind-Philipp-Stiftung für Leukämieforschung ist im Jahre 1972 von dem Textilmaschinenfabrikanten Dr.-Ing. Walter Reiners aus Mönchengladbach in Erinnerung an seinen an Leukämie verstorbenen Sohn errichtet worden. Jedes Jahr schreibt die Stiftung den "Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung" für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet aus.
Die Preisträger 2008:
Dr. Stefan Pfister
Universitätsklinikum Heidelberg
Der häufigste bösartige Hirntumor im Kindesalter ist das Medulloblastom. Mehr als 100 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an diesem Tumor des Kleinhirns, rund 40 Kinder sterben daran. Die aggressive Radiochemotherapie nach der Operation kann das Gehirn der Heranwachsenden dauerhaft schädigen und zu Koordinations- und Wachstumsstörungen führen. Ein Team um den Onkologen Stefan Pfister entdeckte mit Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums, dass aus bestimmten Veränderungen im Erbgut dieses Tumors präzise Rückschlüsse über Aggressivität und Heilungschancen abgeleitet werden können.
Christof Le Viseur, Dr. Marc Hotfilder, Professer Josef Vormoor
Universitätsklinikum Münster
Die häufigste Krebsart des Kindesalters ist die akute, lymphatische Leukämie. Ein Team um den Biologen Christof Le Viseur sowie den Medizinern Marc Hotfilder und Josef Vormoor hat Krebsstammzellen untersucht, die für die Entstehung einer Leukämie verantwortlich gemacht werden. Ziel jeder Krebsbehandlung muss es sein, diese Krebsstammzellen zu identifizieren und sie durch geeignete therapeutische Eingriffe gezielt zu zerstören. Die Ergebnisse eröffnen damit einen neuen Blickwinkel für die Grundlagenforschung und haben direkte Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapien, die sich spezifisch gegen die Krebsstammzellen richten.
Dr. Kaan Boztug
Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover
Angeborene Störungen des Immunsystems sind weit häufiger als bisher angenommen, dennoch werden viele Immundefekte, mit einem erheblichen Risiko der Entwicklung einer Leukämie, bei Kindern nicht erkannt. Auch das Fehlen einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, der neutrophilen Granulozyten, führt zu einer Störung des Immunsystems und lebensgefährlichen bakterielle Infektionen. Dr. Kaan Boztug, konnte ein neues, angeborenes Immundefektsyndrom beschreiben und seine molekulare Ursache aufklären. Es handelt sich um ein Gen, das für Stoffwechselprozesse in blutbildenden und anderen Zellen des Körpers verantwortlich ist. Mit diesen Erkenntnissen ist erstmals eine molekulare Diagnose dieses neuen Krankheitsbildes möglich.
Pressekontakt
Nicole Germeroth

Leiterin
Kommunikation &
Öffentlichkeitsarbeit
im DSZ – Deutsches
Stiftungszentrum
Tel.: (0201) 8401-204
Fax: (0201) 8401-255
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